Mastercard will die Komplexität bei B2B-Zahlungen reduzieren und bringt dazu zwei neue Produkte auf den Markt: die Commercial Connect API und sogenannte Clearing Controls. Ziel ist es laut Mastercard, den Zahlungsverkehr für Unternehmen so intuitiv und effizient wie im Privatkundengeschäft zu gestalten – durch einfache Integration, mehr Kontrolle und bessere Datenverfügbarkeit.
Virtuelle Karten einfacher einbinden
Mit der Commercial Connect API sollen Plattformen künftig deutlich schneller Zahlungen in ihre Systeme einbinden können. Laut Mastercard kämpfen 69 % der Unternehmen mit der Integration von Zahlungs- und Geschäftssystemen. Die neue Schnittstelle erlaubt über einen einzigen Zugangspunkt die Anbindung an das Mastercard-Ökosystem und die kommerziellen Zahlungsmöglichkeiten – zunächst mit Fokus auf virtuelle Karten. Weitere Funktionen sollen 2026 folgen.
Als erster Partner wird das Unternehmen Pay4You die Schnittstelle nutzen, um Firmenkunden in Europa ein effizienteres Tail-Spend-Management zu ermöglichen. Gerade für Anbieter mit komplexen Systemlandschaften kann die API ein deutlicher Beschleuniger bei der Markteinführung neuer Zahlungsfunktionen sein.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Mehr Kontrolle beim Clearing
Parallel führt Mastercard sogenannte Clearing Controls ein – ein neues Instrument, mit dem Kartenausgeber virtuelle Kartentransaktionen nicht nur bei der Autorisierung, sondern auch beim Clearing gezielt steuern können. Über Limits und Händlerkategorisierung lassen sich regelwidrige Transaktionen noch vor der Abrechnung blockieren. Das reduziert nicht nur Rückbuchungen, sondern vereinfacht auch die Abstimmung im Accounting.
Insbesondere in der Reisebranche – wo laut Mastercard die höchsten durchschnittlichen Rückbuchungswerte entstehen – könnte dies zur Standardfunktion werden. Die globale Einführung für Herausgeber und Firmenkunden ist für 2026 geplant.
VCN-Programm mit breiter Plattformunterstützung
Bereits im März 2025 hatte Mastercard das Embedded-VCN-Programm gestartet. Nun baut das Unternehmen die Plattformintegrationen deutlich aus. Unter den neuen Partnern finden sich SAP Concur, SAP Taulia, Grasp Technologies, Pay4You und weitere. Die Integration der virtuellen Kartennummern (VCN) in ERP-, Einkaufs- und Abrechnungssysteme soll mehr Unternehmen den Zugang zu granularen Autorisierungen, Echtzeit-Transaktionen und automatisierter Datenabstimmung ermöglichen.
Einheitliche Standards für kommerzielle Zahlungen
Für Mastercard ist die Vereinfachung von B2B-Zahlungen Teil einer umfassenderen Strategie, um Zahlungsprozesse näher an den Konsumentenstandard heranzuführen. Der Fokus liegt dabei auf Flexibilität, Transparenz und Kontrolle – bei gleichzeitiger Einbindung in bestehende Geschäftsprozesse. Mit den neuen Lösungen will das Unternehmen einen Industriestandard etablieren, der sowohl Plattformen als auch Unternehmen einen spürbaren Mehrwert bietet.



