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McKinsey: KI skaliert in deutschen Unternehmen – doch der messbare Ertrag fehlt

Illustration zu AI Artificial Intelligence
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

➟ Deutsche Unternehmen skalieren KI breit, doch der wirtschaftliche Ertrag bleibt oft unklar. Laut McKinsey können 43 Prozent den Beitrag zum Betriebsergebnis nicht beziffern, während Investitionen weiter steigen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Deutsche Unternehmen setzen künstliche Intelligenz inzwischen breit ein, doch der wirtschaftliche Ertrag bleibt häufig schwer messbar. Laut einer Deutschland-Auswertung des McKinsey-Reports „The State of AI in 2026: On the Road to ROI“ geben 49 Prozent der Befragten an, dass ihre Organisation KI bereits skaliert oder vollständig ausgerollt hat.

Gleichzeitig können 43 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit KI-Nutzung den Beitrag der Technologie zum Betriebsergebnis nicht beziffern. Damit zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen technologischer Verbreitung und nachweisbarem finanziellen Nutzen.

KI ist breit angekommen, aber noch nicht tief verankert

Im Durchschnitt berichten die deutschen Teilnehmer von regelmäßigem KI-Einsatz in 4,3 Geschäftsfunktionen. Global liegt der Vergleichswert bei 3,5.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI in deutschen Unternehmen bislang stärker in die Breite als in die Tiefe skaliert wird. Einzelne Werkzeuge und Anwendungsfälle verbreiten sich schnell, während vollständig neu gestaltete Prozesse und belastbare ROI-Messungen vielerorts noch fehlen.

63 Prozent sehen mindestens einen moderaten Nutzen durch KI, etwa bei Produktivität, Umsatz oder Kundenzufriedenheit. 14 Prozent bewerten den Nutzen als signifikant.

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Produktivität und Kosten profitieren stärker als Umsatz

Besonders sichtbar wird der Nutzen bislang im Arbeitsalltag. 50 Prozent der Befragten berichten von einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit durch KI, 41 Prozent von positiven Kosteneffekten.

Deutlich geringer fallen die Auswirkungen auf das Wachstum aus. 22 Prozent sehen einen positiven Effekt auf das organische Umsatzwachstum, 36 Prozent berichten von einer stärkeren Differenzierung gegenüber Wettbewerbern.

Damit bestätigt sich das Muster, dass Unternehmen operative Effizienzgewinne schneller realisieren als strategische Wachstumsimpulse.

KI verändert bereits Softwarekaufentscheidungen

Besonders deutlich zeigt sich der Einfluss von KI in der Softwareentwicklung. 36 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihre Organisation auf den Kauf mindestens eines Softwareprodukts oder zusätzlichen Features verzichtet hat, weil die benötigte Funktion intern mit KI-Coding-Werkzeugen umgesetzt werden konnte.

Damit verändert KI nicht nur Entwicklungsprozesse, sondern auch Make-or-Buy-Entscheidungen. Unternehmen müssen stärker abwägen, welche Funktionen sie selbst entwickeln und welche sie weiterhin einkaufen.

Allerdings ist Eigenentwicklung nicht automatisch günstiger. Entwicklungs-, Integrations- und laufende Betriebskosten müssen den Lizenzkosten externer Software gegenübergestellt werden.

Laufende KI-Kosten rücken stärker in den Fokus

Mit der breiteren Nutzung wächst auch die Aufmerksamkeit für die Betriebskosten. 24 Prozent der deutschen Befragten haben ihre KI-Nutzung aufgrund laufender Kosten bereits eingeschränkt.

Trotzdem planen 64 Prozent, im kommenden Jahr mehr in KI zu investieren. Damit verschiebt sich die Diskussion zunehmend von der Frage, ob KI eingesetzt wird, hin zu der Frage, wo sie tatsächlich wirtschaftlichen Mehrwert liefert.

Unternehmen müssen deshalb stärker messen, wie sich einzelne Anwendungen auf Produktivität, Kosten, Umsatz und Entscheidungsqualität auswirken.

Personalwirkungen könnten deutlich zunehmen

Besonders groß ist die Diskrepanz zwischen bisherigen Erfahrungen und Erwartungen beim Personal. 17 Prozent berichten für das vergangene Jahr von einem KI-bedingten Rückgang der Belegschaft.

Für das kommende Jahr erwarten dagegen 46 Prozent, dass KI zu einem Personalabbau beitragen wird. 66 Prozent geben an, dass sich die Belegschaft im vergangenen Jahr kaum oder gar nicht verändert hat.

Auf individueller Ebene fällt die Wahrnehmung positiver aus. 80 Prozent erleben KI als hilfreiches Werkzeug für höhere Produktivität. Rund die Hälfte gibt zudem an, mit KI-Unterstützung bessere Entscheidungen zu treffen.

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