Oracle ist mit starkem Wachstum in das Geschäftsjahr 2027 gestartet. Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar. Haupttreiber war das Cloud-Geschäft, dessen Erlöse um 62 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar zulegten.
Besonders dynamisch entwickelte sich die Cloud-Infrastruktur. Die IaaS-Umsätze stiegen im Jahresvergleich um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Das SaaS-Geschäft legte dagegen deutlich moderater um zehn Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar zu.
KI-Infrastruktur treibt das Wachstum
Oracle profitiert stark von der Nachfrage nach Rechenleistung für Training und Inferenz künstlicher Intelligenz. Im ersten Quartal nahm das Unternehmen zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten von 850 Megawatt in Betrieb.
Seit Ende des vierten Quartals wurden nach Unternehmensangaben mehr als 300.000 GPUs an AI-Cloud-Kunden ausgeliefert. Damit wurde fast die dreifache Kapazität des vorherigen Quartals bereitgestellt.
Die starke Nachfrage schlägt sich auch im Auftragsbestand nieder. Oracle meldete zusätzliche AI-Cloud-Verträge im Umfang von mehr als 30 Milliarden Dollar. Die Remaining Performance Obligations stiegen dadurch auf 664 Milliarden Dollar und lagen damit 209 Milliarden Dollar über dem Vorjahreswert.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Ergebnis wächst deutlich, freier Cashflow bleibt negativ
Das operative Ergebnis nach GAAP stieg um 57 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Auf bereinigter Basis erhöhte es sich um 31 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar.
Der GAAP-Nettogewinn für Stammaktionäre wuchs um 60 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Der bereinigte Nettogewinn erreichte 5,8 Milliarden Dollar und lag damit 34 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Gleichzeitig belastet der massive Ausbau der Infrastruktur den freien Cashflow. Obwohl der operative Cashflow auf einen Rekordwert von 23 Milliarden Dollar stieg, lag der Free Cashflow im Quartal bei minus fünf Milliarden Dollar.
Oracle investiert massiv in Cloud-Kapazität
Zur Finanzierung seines Kapitalprogramms hat Oracle im ersten Quartal über ein At-the-Market-Programm Stammaktien im Umfang von 20 Milliarden Dollar verkauft.
Der Schritt zeigt, wie kapitalintensiv das aktuelle KI-Wachstum ist. Rechenzentren, Energieversorgung und GPUs erfordern hohe Vorleistungen, bevor die entsprechenden Kapazitäten vollständig in Umsatz und Gewinn übergehen.
Trotz der neuen AI-Cloud-Verträge bestätigte Oracle, dass daraus kein zusätzlicher Kapitalbedarf über die bereits kommunizierten Pläne hinaus entsteht.
Jahresprognose wird angehoben
Für das zweite Quartal erwartet Oracle ein Umsatzwachstum von 30 bis 34 Prozent. Die Cloud-Umsätze sollen in US-Dollar um 65 bis 71 Prozent steigen.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 rechnet der Konzern nun mit einem Umsatz von mindestens 90 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll 8,10 Dollar erreichen.
Die erhöhte Prognose unterstreicht, dass Oracle mit einem anhaltend hohen Wachstum seiner Cloud-Infrastruktur rechnet.
Neue KI-Plattformen sollen Unternehmensgeschäft ausbauen
Neben der Infrastruktur erweitert Oracle auch sein Produktangebot. Die neue Oracle AI Data Platform soll Unternehmensdaten automatisch in sogenannte Enterprise Ontologies überführen und dadurch für KI-Modelle und Agenten besser nutzbar machen.
Zusätzlich kündigte Oracle ein vollständig agentisches Healthcare-Management-System an. Spezialisierte KI-Agenten sollen medizinisches Personal in unterschiedlichen Fachgebieten bei Diagnose und Behandlung unterstützen.
Damit versucht Oracle, neben dem reinen Verkauf von Cloud-Kapazität zusätzliche Anwendungen für KI direkt in seine Unternehmenssoftware zu integrieren.





