Der Machtkampf um Warner Bros. Discovery (WBD) eskaliert: Mit einem überarbeiteten Übernahmeangebot in Höhe von 30 US-Dollar je Aktie setzt die Paramount Skydance Corporation ihre Konkurrenten massiv unter Druck. Während Netflix auf eine komplexe Transaktionsstruktur mit variabler Bewertung setzt, bietet Paramount ein deutlich einfacheres Modell – ein reines Barangebot, ergänzt um Garantien und finanzielle Sicherheiten.
Barangebot mit Zusatzvergütung soll Entscheidung beschleunigen
Das Kernstück der Offerte bleibt ein All-Cash-Angebot über 30 US-Dollar je Aktie. Neu ist die sogenannte „Ticking Fee“: Eine quartalsweise Zusatzvergütung von 0,25 Dollar pro Aktie ab dem 31. Dezember 2026, sofern der Deal bis dahin nicht abgeschlossen ist. Die potenziellen Mehrausgaben belaufen sich auf rund 650 Millionen Dollar (ca. 605 Mio. Euro) pro Quartal.
Damit signalisiert Paramount nicht nur Zuversicht in eine zügige Genehmigung durch die Behörden, sondern stellt klar: Verzögerungen sollen nicht zulasten der WBD-Aktionäre gehen. Parallel wird die im Netflix-Deal vorgesehene Break-up-Fee von 2,8 Milliarden Dollar (ca. 2,6 Mrd. Euro) vollständig übernommen – ein strategischer Zug, um Wechselhindernisse zu beseitigen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Ellison gibt persönliche Milliarden-Garantie
Besonders bemerkenswert ist die Finanzierungsstruktur: Paramount sichert sich 43,6 Milliarden Dollar (ca. 40,6 Mrd. Euro) an Eigenkapitalzusagen von der Ellison-Familie und RedBird Capital Partners. Zusätzlich kommen 54 Milliarden Dollar (ca. 50,3 Mrd. Euro) an Fremdkapitalzusagen führender Banken hinzu. Eine persönliche Garantie über 43,3 Milliarden Dollar (ca. 40,3 Mrd. Euro) von Larry Ellison selbst untermauert das Eigenkapital – ein in dieser Größenordnung seltenes Bekenntnis im M&A-Markt.
Darüber hinaus adressiert Paramount die Verschuldungssituation von WBD direkt. Das Unternehmen bietet an, Finanzierungskosten aus einem möglichen Schuldenumtauschangebot vollständig zu übernehmen und nötigenfalls eine Verlängerung eines 15-Milliarden-Dollar-Bridge-Loans zu ermöglichen. Die Botschaft: Altlasten sollen dem Deal nicht im Wege stehen.
Netflix-Angebot gerät ins Hintertreffen
Im direkten Vergleich wirkt das Netflix-Angebot zunehmend unattraktiv. Dessen Bargegenleistung variiert zwischen 21,23 und 27,75 Dollar je Aktie – abhängig von der Verschuldung einer abzuspaltenen Einheit namens „Discovery Global“. Um die maximale Bewertung zu erreichen, müsste diese Einheit etwa 17 Milliarden Dollar (ca. 15,8 Mrd. Euro) an Schulden aufnehmen – ein aus Sicht von Paramount riskanter Hebel, den andere vergleichbare Unternehmen vermieden hätten.
Intern geht Paramount davon aus, dass der effektive Gegenwert des Netflix-Angebots unter dem eigenen Fixpreis liegt. Der Hinweis auf Bewertungsunsicherheiten soll Anleger dazu bewegen, dem stabileren Modell den Vorzug zu geben.
Fortschritte bei Regulierungsbehörden stärken Position
Paramount hebt zudem eigene Fortschritte im regulatorischen Verfahren hervor. Die sogenannte „Second Request“ des US-Justizministeriums sei erfüllt, die Prüfung in Deutschland bereits abgeschlossen. Diese Transparenz über Fortschritte im Genehmigungsprozess stellt einen klaren Vorteil gegenüber der komplexen und noch nicht genehmigten Netflix-Struktur dar.
Sonderhauptversammlung rückt näher
Die Auseinandersetzung wird zunehmend öffentlich. Paramount will aktiv gegen das Netflix-Angebot mobilisieren und auf der anstehenden Sonderhauptversammlung für seine Offerte werben. Gleichzeitig wirft das Unternehmen WBD vor, unter Zeitdruck über einen Deal abstimmen zu lassen, dessen Details nicht vollständig bekannt seien.
Damit steht WBD vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Bleibt das Management beim komplexen Netflix-Modell oder öffnet es sich einer klar strukturierten Offerte mit hohen Garantien und sichtbaren Fortschritten?


