Im eskalierenden Bieterstreit um Warner Bros. Discovery (WBD) hat Paramount am Montag rechtliche Schritte gegen den Medienkonzern eingeleitet. Hintergrund ist die Entscheidung des WBD-Vorstands, ein Übernahmeangebot von Netflix zu unterstützen und das deutlich höhere Gebot von Paramount abzulehnen. Paramount reichte daraufhin Klage beim Chancery Court im US-Bundesstaat Delaware ein – ein bei Unternehmensstreitigkeiten häufig genutzter Gerichtsstand – mit dem Ziel, Einsicht in entscheidungsrelevante Unterlagen zu erzwingen.
Paramount kritisiert mangelnde Transparenz
Nach Angaben von Paramount habe WBD trotz mehrmaliger Aufforderung zentrale Informationen zum Netflix-Deal nicht offengelegt. Dazu zählen etwa Bewertungen der Abspaltung des globalen Netzwerks sowie Details zur finanziellen Konstruktion des Netflix-Angebots. In einem offenen Brief an die Aktionäre kritisiert Paramount, dass der WBD-Vorstand die finanziellen Vorteile des eigenen Angebots in Höhe von 30 US-Dollar je Aktie – vollständig bar und durchfinanziert – nicht ausreichend geprüft habe. Das konkurrierende Angebot von Netflix umfasst eine Kombination aus Bargeld, Aktien und Anteilen an einer neu zu gründenden Einheit, die laut Paramount keinen realen Wert habe.
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Aktionäre sollen über den Deal entscheiden
Da der WBD-Vorstand eine Zusammenarbeit mit Paramount ablehnt, will der Bieter nun direkt die Aktionäre ins Spiel bringen. Paramount kündigte an, bei der nächsten Hauptversammlung eigene Kandidaten für den WBD-Verwaltungsrat aufzustellen und zudem gegen eine Zustimmung zum Netflix-Deal zu werben. Ziel sei es, letztlich doch noch eine Einigung mit WBD herbeizuführen – auf Basis eines Angebots, das laut Paramount sowohl finanziell als auch strategisch überlegen sei.
Trotz der juristischen Auseinandersetzung betonte Paramount seine Bereitschaft zum Dialog und bekräftigte, weiterhin an einer einvernehmlichen Lösung interessiert zu sein. Die kommenden Wochen könnten entscheidend dafür sein, wer am Ende Warner Bros. Discovery übernehmen wird – Netflix mit einem fokussierten Kauf von Studio und Streaminggeschäft oder Paramount mit einer Komplettübernahme inklusive Fernsehsendern wie CNN.


