Die Stadt-Parfümerie Pieper treibt im laufenden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die Restrukturierung ihres Filialnetzes voran. Neun Standorte in Nordrhein-Westfalen werden in den kommenden Wochen geschlossen. Der überwiegende Teil des Netzes bleibt jedoch bestehen – ein klares Signal für eine Sanierung statt Abwicklung.
Betroffen sind laut Pressemitteilung die Filialen in Essen (Limbecker Platz), Dinslaken (Neutor Galerie), Duisburg (Forum), Hamm (Weststraße), Hattingen (Große Weilstraße), Mönchengladbach (Stresemannstraße), Viersen (Hauptstraße) sowie zwei Standorte im Westfield Centro in Oberhausen. Teilweise handelt es sich um Doppelstandorte, die künftig zusammengelegt werden.
Insolvenz in Eigenverwaltung seit Februar
Das Verfahren läuft offiziell seit dem 1. Februar 2026, nachdem das Unternehmen im November 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hatte. Anders als bei einer Regelinsolvenz bleibt die Geschäftsführung im Amt und führt den operativen Betrieb fort. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter überwacht den Prozess.
Nach den Schließungen verbleiben 113 Filialen. Die Verkaufsfläche reduziert sich um rund 1.180 Quadratmeter. Rund 30 Beschäftigte sind unmittelbar betroffen, sollen jedoch Angebote zur Weiterbeschäftigung an anderen Standorten erhalten.
Geschäftsführer Dr. Oliver Pieper bezeichnet die Maßnahme als notwendigen Schritt, um eine tragfähige Zukunftsperspektive zu sichern. Ziel sei ein wirtschaftlich nachhaltiges Filialnetz.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Filialbereinigung als Teil eines Sanierungskonzepts
Die Straffung des Netzes ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsplans. Neben der Schließung unrentabler oder überlappender Standorte stehen Prozessoptimierungen, Kostenanpassungen und eine strategische Neuausrichtung im Fokus. Das Unternehmen betont, dass der Geschäftsbetrieb an den verbleibenden Standorten regulär weiterläuft.
Im Parfümerie- und Kosmetikhandel verschärfen steigende Kosten, zurückhaltende Konsumstimmung und der intensive Wettbewerb mit Online-Anbietern den Druck auf stationäre Filialisten. Gerade inhabergeführte Unternehmen müssen ihre Standortstruktur regelmäßig überprüfen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Traditionsunternehmen mit regionalem Schwerpunkt
Die 1931 gegründete Parfümerie Pieper gilt als größte inhabergeführte Parfümeriekette Deutschlands. Das Familienunternehmen mit Sitz in Herne betreibt Standorte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hamburg sowie einen eigenen Online-Shop.
Ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um das Unternehmen langfristig zu stabilisieren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist: Mit der gezielten Filialbereinigung setzt Pieper auf eine schlankere Struktur, um die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung zu schaffen.


