Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Übernahme hat die italienische Medienholding MFE-MediaForEurope ihre Kontrolle über ProSiebenSat.1 deutlich gefestigt. In einem umfassenden Führungswechsel wurde Marco Giordani, bisher Finanzvorstand von MFE, zum neuen Vorstandsvorsitzenden des deutschen Medienkonzerns berufen.
Giordani bringt jahrzehntelange Erfahrung mit: Seit dem Jahr 2000 war er CFO bei MFE und gilt als enger Vertrauter der Familie Berlusconi, die MFE mehrheitlich kontrolliert. Der bisherige CEO Bert Habets tritt sein Amt „in gegenseitigem Einvernehmen“ ab, wird jedoch bis Ende des Jahres für eine geordnete Übergabe beratend zur Seite stehen, wie der Konzern heute mitteilt.
Auch CFO und COO müssen gehen
Auch auf anderen Schlüsselpositionen kommt es zu personellen Änderungen. Martin Mildner, bislang CFO von ProSiebenSat.1, verlässt das Unternehmen. Seine Aufgaben übernimmt interimistisch Bob Rajan, ein Restrukturierungsexperte mit Stationen bei Alvarez & Marsal. Rajan soll insbesondere die laufenden Reorganisationsmaßnahmen vorantreiben und die Profitabilität verbessern.
Zudem zieht sich Markus Breitenecker, bisher COO, mit sofortiger Wirkung zurück. Seine Position wird nicht neu besetzt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Sukzessive Übernahme von MFE
Die Neuausrichtung des Vorstands folgt auf MFE’s erfolgreichen Kontrollausbau: Seit 2019 hatte der Konzern schrittweise Anteile an ProSiebenSat.1 aufgestockt und nach der im März gestarteten Übernahme im September 2025 die Kontrolle übernommen. Der aktuelle Anteil liegt bei über 75 Prozent.
MFE verfolgt ehrgeizige Ziele: Das Unternehmen will ein paneuropäisches Medienhaus aufbauen, das im Wettbewerb mit US-amerikanischen Streamingplattformen bestehen kann. Die Umbesetzungen an der Spitze von ProSiebenSat.1 markieren dabei einen zentralen Schritt, um die Integration zu beschleunigen und strategische Synergien zu heben.


