Der monatelange Bieterkampf um Warner Bros. Discovery ist entschieden: Paramount Skydance, kontrolliert von David Ellison und finanziell massiv unterstützt durch seinen Vater Larry Ellison, übernimmt den gesamten Medienkonzern. Nachdem Warner Bros. Discovery das jüngste Angebot von 31 Dollar je Aktie als „überlegen“ einstufte, verzichtete Netflix auf eine Gegenofferte und zog seine geplante 82,7-Milliarden-Dollar-Barübernahme zurück.
Die geplante Übernahme umfasst das gesamte Portfolio von Warner Bros. Discovery: Film- und TV-Studios, HBO, die Streaming-Plattform, Spiele- und Entertainmentsparten sowie lineare Sender wie CNN, TBS, TNT, Discovery und HGTV. Damit baut Paramount unter Ellison seine Position als eines der mächtigsten Medienhäuser der Welt weiter aus.
Netflix steigt aus – wirtschaftliche Vernunft statt Überbietungsrunde
Netflix erklärte, man sehe zwar weiterhin eine solide Grundlage für eine regulatorisch machbare Transaktion, die von Synergien und Wachstumschancen geprägt gewesen wäre. Doch das Niveau, das nötig wäre, um Paramounts neues Gebot zu erreichen, sei finanziell nicht mehr vertretbar. Damit endet der Versuch von Netflix, sich durch die größte Akquisition seiner Unternehmensgeschichte Studios, Inhalte und technologische Ressourcen von WBD zu sichern.
Gemäß der bisherigen Vereinbarung muss Warner Bros. Discovery Netflix nun eine Abbruchgebühr in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar bezahlen. Paramount hat zugesagt, diese Kosten vollständig zu tragen. Zusätzlich enthält das neue Angebot eine Absicherung in Form einer sieben Milliarden Dollar hohen Breakup-Fee für den Fall, dass die Fusion nicht genehmigt wird.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Reaktionen der Unternehmen und Marktbewegungen
WBD-Chef David Zaslav lobte Netflix für eine faire Zusammenarbeit, betonte aber zugleich, dass das Paramount-Angebot deutlich mehr Wert schaffen werde. Netflix-Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters äußerten Bedauern, betonten jedoch, dass die Transaktion nie zwingend gewesen sei. Während Netflix-Aktien im nachbörslichen Handel rund zehn Prozent zulegten, verbuchten Paramount-Papiere einen Anstieg von fünf Prozent. WBD-Aktien fielen hingegen um zwei Prozent.
Strategische Verschiebungen im Medienmarkt
Netflix hatte bereits im Dezember angekündigt, WBD für knapp 83 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Trotz mehrerer, teils aggressiver Bieterinitiativen seitens Paramount hatte Warner Bros. Discovery lange signalisiert, das Netflix-Angebot für überlegen zu halten. Paramounts jüngstes Gebot jedoch, das den Konzern nun mit rund 111 Milliarden Dollar bewertet, setzte letztlich den Ausschlag.
Die Übernahme markiert einen tiefgreifenden Einschnitt im globalen Medienmarkt: Paramount wird nach Abschluss des Geschäfts über eines der breitesten Portfolios an Studios, Nachrichten- und Unterhaltungsmarken verfügen, während Netflix sich erneut auf organisches Wachstum und gezielte Investitionen statt Mega-Übernahmen konzentriert.


