Der weltweite Ausbau von Rechenzentren nimmt im Zuge des KI-Booms rasant Fahrt auf. Eine aktuelle Studie von Roland Berger zeigt, dass sich die globale Kapazität in den kommenden Jahren nahezu vervierfachen dürfte. Während andere Regionen massiv investieren, droht Europa jedoch im Wettbewerb um digitale Infrastruktur weiter zurückzufallen.
Globale Kapazitäten wachsen rasant
Laut Studie wird die weltweit installierte Rechenzentrumskapazität von derzeit 88 Gigawatt auf bis zu 340 Gigawatt im Jahr 2035 steigen. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von KI deutlich zu: Ihr Anteil an der gesamten Rechenlast soll von aktuell rund 20 Prozent auf nahezu 60 Prozent anwachsen. Damit wird künstliche Intelligenz zum zentralen Treiber für Infrastrukturinvestitionen.
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Europas Anteil sinkt weiter
Trotz politischer Initiativen verliert Europa im internationalen Vergleich an Bedeutung. Der Anteil an der globalen Rechenzentrumskapazität dürfte bis 2030 von etwa 13 auf rund 10 Prozent zurückgehen. Bereits heute verfügen die USA über mehr Rechenzentren als Westeuropa und Asien zusammen, was den Vorsprung weiter vergrößert.
Netzanschlüsse als zentrales Nadelöhr
Ein wesentliches Hindernis für den Ausbau in Europa sind lange Anschlusszeiten an das Stromnetz. Der Bau und die Inbetriebnahme neuer Rechenzentren können sich dadurch um bis zu sieben Jahre verzögern. In anderen Regionen werden solche Prozesse deutlich schneller umgesetzt oder durch alternative Energieversorgung ergänzt.
Energie und Regulierung bremsen Entwicklung
Neben der Netzinfrastruktur stellen auch hohe Energiekosten und regulatorische Anforderungen erhebliche Herausforderungen dar. Strom macht rund 40 Prozent der Betriebskosten eines Rechenzentrums aus. Gleichzeitig erwarten viele Branchenexperten, dass sich die Energieverfügbarkeit weiter verschlechtern wird. Komplexe Genehmigungsverfahren verlängern zusätzlich die Realisierung neuer Projekte.
Digitale Souveränität als strategisches Ziel
Eigene Rechenzentren, wie sie in Deutschland unter anderem von der Schwarz-Gruppe getrieben werden, gelten als zentrale Voraussetzung für digitale Souveränität. Sie ermöglichen die Verarbeitung sensibler Daten innerhalb europäischer Rechtsräume und bilden die Grundlage für ein unabhängiges KI-Ökosystem. Ohne ausreichende Kapazitäten droht Europa, stärker von anderen Regionen abhängig zu werden.
Infrastruktur entscheidet über künftiges Wachstum
Die Studie unterstreicht, dass Rechenzentren zunehmend zum entscheidenden Faktor für wirtschaftliches Wachstum werden. KI-Anwendungen treiben bereits heute die Entwicklung in führenden Volkswirtschaften voran. Für Europa wird es daher entscheidend sein, den Ausbau von Netzen, Energieversorgung und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, um im globalen Wettbewerb nicht weiter zurückzufallen.




