Der deutsche Markt für Schmuck und Uhren hat im Jahr 2025 wieder an Dynamik gewonnen. Laut aktuellen Daten von IFH KÖLN und BBE Handelsberatung stieg der Umsatz um 2,1 Prozent auf insgesamt 7,1 Milliarden Euro. Damit übertrifft die Branche leicht das bisherige Rekordniveau aus dem Jahr 2022.
Konsumverhalten bleibt gespalten
Trotz des Wachstums ist die Nachfrage stark von Unsicherheiten geprägt. Steigende Goldpreise, wirtschaftliche Belastungen und eine verhaltene Konsumstimmung führen zu einem differenzierten Kaufverhalten. Während rund ein Drittel der Verbraucher weiterhin unverändert Schmuck kauft, verzichtet ein ebenso großer Anteil weitgehend auf entsprechende Anschaffungen. Ein weiterer Teil verschiebt Käufe gezielt in die Zukunft.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Goldschmuck dominiert weiterhin den Markt
Mit einem Anteil von 69 Prozent bleibt Schmuck das zentrale Segment, während Uhren rund 31 Prozent des Marktes ausmachen. Innerhalb des Schmuckbereichs führen Gold- und Platinschmuck weiterhin das Ranking an. Gleichzeitig gewinnen Silber- und Doublé-Schmuck an Bedeutung. Modeschmuck verliert hingegen weiter an Relevanz, was auf eine zunehmende Orientierung an Qualität und Werthaltigkeit zurückgeführt wird.
Onlinehandel gewinnt weiter an Bedeutung
Der Onlineanteil im Schmuck- und Uhrenmarkt wächst kontinuierlich und liegt 2025 bei 24 Prozent. Seit 2023 verzeichnet der digitale Vertrieb eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von über drei Prozent. Treiber dieser Entwicklung sind verbesserte digitale Beratungsangebote, individualisierbare Produkte sowie neue Social-Commerce-Formate.
Neue Impulse durch Digitalisierung und Secondhand
Insbesondere personalisierte Angebote, etwa individuell gestaltbare Schmuckstücke, profitieren vom digitalen Vertrieb. Gleichzeitig gewinnt der Online-Secondhandmarkt an Bedeutung und sorgt für zusätzliche Dynamik. Internationale Plattformen wie Temu oder Shein spielen bislang vor allem im Bereich Modeschmuck eine Rolle und haben nur begrenzten Einfluss auf das Gesamtmarktvolumen.
Insgesamt bewegt sich die Branche weiterhin in einem Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Druck und stabiler Nachfrage. Besonders hochwertige Schmuckstücke behaupten sich dabei als emotionales Produkt und zugleich als Wertanlage.


