Der Vermarkter Ströer und das Landesamt für Verfassungsschutz Bremen haben eine bundesweit bislang einzigartige Kooperation zur Sicherheitskommunikation gestartet. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Bevölkerung mithilfe digitaler Außenwerbung schneller und direkter über aktuelle Bedrohungen zu informieren. Dafür nutzt der Bremer Verfassungsschutz künftig die digitalen Werbeflächen des Medienunternehmens im öffentlichen Raum.
Zum Auftakt wurde eine Warnkampagne zu einer aktuellen Phishing-Welle umgesetzt, die nach Angaben der Sicherheitsbehörden ausländischen Nachrichtendiensten zugerechnet wird.
Warnungen direkt im öffentlichen Raum
Die Kooperation setzt laut Ströer auf digitale Bildschirme an stark frequentierten Straßen, Verkehrsknotenpunkten und Haltestellen. Über diese Kanäle können Warnhinweise kurzfristig und anlassbezogen ausgespielt werden.
Im ersten Einsatz wurden Bürgerinnen und Bürger vor Betrugsversuchen gewarnt, bei denen sich Angreifer als technischer Support des Messengerdienstes Signal ausgeben. Ziel der Kampagne war es, Aufmerksamkeit für die Methoden der Täter zu schaffen und potenzielle Opfer frühzeitig zu sensibilisieren.
Die Inhalte wurden in Abstimmung mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz sowie der Polizei Bremen verbreitet.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Neue Wege in der Sicherheitskommunikation
Nach Angaben der beteiligten Institutionen soll die Zusammenarbeit die klassische Informationsarbeit von Behörden ergänzen. Sicherheitswarnungen werden damit nicht mehr ausschließlich über Internetseiten, soziale Medien oder Fachpublikationen verbreitet, sondern direkt in den Alltag der Bevölkerung integriert.
Die Initiatoren sehen darin die Möglichkeit, auch Menschen zu erreichen, die aktuelle Sicherheitswarnungen sonst nicht aktiv verfolgen. Besonders bei kurzfristigen Bedrohungslagen könnte die schnelle Reichweite digitaler Außenmedien eine wichtige Rolle spielen.
Weitere Kampagnen bereits geplant
Die aktuelle Phishing-Warnung soll nur den Beginn der Zusammenarbeit markieren. Künftig sind weitere Informationskampagnen zu Desinformation, hybriden Bedrohungen sowie extremistischen Aktivitäten vorgesehen.
Die Verantwortlichen betrachten die digitale Außenwerbung als zusätzlichen Kommunikationskanal, um Sicherheitsinformationen niedrigschwellig und mit hoher Reichweite zu vermitteln. Dabei sollen aktuelle Entwicklungen und konkrete Gefahrenlagen flexibel aufgegriffen werden.
Modell mit Signalwirkung
Die Kooperation gilt als erste Vereinbarung dieser Art zwischen einem Landesamt für Verfassungsschutz und einem privaten Medienunternehmen in Deutschland. Bremen übernimmt damit nach eigener Darstellung eine Vorreiterrolle bei der öffentlichen Sicherheitskommunikation.
Für Ströer erweitert das Projekt die Nutzung bestehender digitaler Informationsnetze, die bereits für Katastrophenwarnungen, Fahndungen und behördliche Hinweise eingesetzt werden. Die Zusammenarbeit zeigt zugleich, wie digitale Außenmedien zunehmend als Instrument für Krisen- und Sicherheitskommunikation genutzt werden.


