Der chinesische Technologiekonzern Tencent ist mit deutlichem Wachstum in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal um 9 Prozent auf 196,5 Milliarden Renminbi. Gleichzeitig legten operative Gewinne und Nettoergebnis zweistellig zu. Besonders stark entwickelten sich Werbegeschäft, Cloud-Dienste sowie neue KI-Produkte und Agentenlösungen.
Konzernchef Ma Huateng sieht Tencent dabei zunehmend als KI-getriebenes Technologieunternehmen positioniert. Nach Angaben des Unternehmens erzielten sowohl neue KI-Modelle als auch produktivitätsorientierte KI-Agenten im ersten Quartal deutliche Fortschritte und erste breite Nutzungserfolge.
KI-Produkte rücken stärker ins Zentrum
Im Mittelpunkt der aktuellen KI-Strategie steht das neue Sprachmodell „Hy3 Preview“. Tencent bezeichnet das Modell als führend innerhalb seiner Größenklasse, insbesondere bei logischen Schlussfolgerungen, Coding-Funktionen und agentischen Anwendungen.
Zudem meldete das Unternehmen wachsende Nutzung seiner KI-Agentenplattform „WorkBuddy“, die laut Tencent inzwischen zu den meistgenutzten produktivitätsorientierten KI-Diensten in China zählt. Die Lösungen werden über Tencent Cloud angeboten und sollen Unternehmen bei Automatisierung und Wissensarbeit unterstützen.
Die Investitionen in KI spiegeln sich auch in den Ausgaben wider: Die Investitionen in Infrastruktur und Technologie stiegen im Quartal um 16 Prozent auf knapp 31,9 Milliarden Renminbi.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Werbegeschäft wächst deutlich
Besonders dynamisch entwickelte sich das Marketinggeschäft. Die Umsätze im Bereich Marketing Services stiegen um 20 Prozent auf 38,2 Milliarden Renminbi. Tencent führt dies vor allem auf verbesserte KI-gestützte Werbeempfehlungen innerhalb des Weixin-Ökosystems zurück.
Auch automatisierte Kampagnenlösungen gewannen an Bedeutung. Nach Unternehmensangaben wurde bereits rund ein Drittel der Werbeausgaben über die KI-gestützte Plattform AIM+ abgewickelt. Wachstum kam insbesondere aus den Bereichen E-Commerce, Internetdienste und Gaming.
Parallel dazu legte die Nutzung der Video-Accounts innerhalb von Weixin weiter zu. Die gesamte Nutzungszeit stieg laut Tencent um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Gaming bleibt wichtigster Umsatztreiber
Trotz zunehmender KI-Fokussierung bleibt das Gaming-Geschäft zentraler Bestandteil des Konzerns. Die Umsätze im Bereich Value Added Services (VAS) stiegen auf 96,1 Milliarden Renminbi.
Vor allem bekannte Spielemarken wie „Honour of Kings“, „Peacekeeper Elite“ sowie neuere Titel wie „Delta Force“ und „VALORANT Mobile“ sorgten für steigende Einnahmen im chinesischen Markt. Auch international legte das Spielegeschäft zweistellig zu.
Tencent bezeichnet mehrere Titel inzwischen als sogenannte Evergreen Games, die dauerhaft hohe Nutzerzahlen und stabile Umsätze generieren.
Cloud- und FinTech-Geschäft wachsen weiter
Auch das Geschäft mit Cloud-Diensten und FinTech-Angeboten entwickelte sich positiv. Die Umsätze in diesem Segment stiegen um 9 Prozent auf knapp 60 Milliarden Renminbi.
Besonders die Nachfrage nach KI-bezogenen Cloud-Services nahm laut Tencent weiter zu. Hinzu kamen höhere Einnahmen aus digitalen Zahlungsdiensten und Vermögensverwaltung.
Insgesamt erwirtschaftete Tencent im ersten Quartal einen freien Cashflow von 56,7 Milliarden Renminbi. Die Netto-Cash-Position erhöhte sich im Jahresvergleich deutlich auf 146,9 Milliarden Renminbi.




