In der Vorweihnachtszeit greifen viele Menschen zu Schokolade, Pralinen oder Keksen – doch das wird 2025 spürbar teurer. Im Oktober lagen die Preise für Schokoladenprodukte laut Statistischem Bundesamt im Schnitt um 21,8 % über dem Vorjahreswert. Besonders drastisch war der Preissprung bei Schokoladentafeln mit +30,7 %, während Riegel und andere Erzeugnisse um 16,0 % zulegten. Auch Pralinen verteuerten sich deutlich um 22,1 %. Dagegen blieben Bonbons preislich fast stabil (+0,4 %) und Gummibärchen wurden sogar um 2,8 % günstiger.
Steigende Rohstoffpreise als Hauptursache
Die Gründe für die verteuerten Süßwaren liegen in den vorgelagerten Wirtschaftsstufen. Vor allem die Preise für Kakao und Zucker – zentrale Zutaten in der Produktion – haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Im Jahr 2024 lag der Preis für Kakaobohnen um mehr als das Dreifache über dem Niveau von 2020 (+219,2 %). Auch Kakaobutter und -masse verteuerten sich um über 180 %. In der Folge kletterten die Erzeugerpreise für Schokolade 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 20,6 %. Von 2020 bis 2024 ergab sich eine mittelfristige Steigerung von 31,8 %.
Zucker wurde 2024 ebenfalls deutlich teurer (+110,7 % gegenüber 2020), allerdings folgte im Sommer 2025 ein Preisrückgang. Im Juni lagen die Erzeugerpreise 40,2 % unter dem Vorjahreswert, seit Herbst 2024 haben sie sich auf hohem Niveau stabilisiert. Die Preise für andere Süßwaren (ohne Kakao) stiegen zwischen 2020 und 2024 um 32,6 %, gingen aber zuletzt leicht zurück.
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Konsumverhalten und Importmengen verändern sich
Neben Preissteigerungen zeigen sich auch Veränderungen im Verbrauchsverhalten. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker in Deutschland sank laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Wirtschaftsjahr 2023/24 auf 30,4 Kilogramm – rund 10 % weniger als im Vorjahr. Der Kakaokonsum stagnierte bei 3,1 Kilogramm pro Kopf.
Zugleich nahm die Importmenge von Kakao deutlich ab: Von Januar bis September 2025 wurden 16,8 % weniger eingeführt als im Vorjahreszeitraum. Hauptlieferant bleibt die Elfenbeinküste, von wo etwa ein Drittel der deutschen Kakaobohnenimporte stammt. Als Hauptursache für das knappe Angebot gelten Missernten in westafrikanischen Anbaugebieten.
Trotz der zuletzt leicht sinkenden Importpreise bleibt Kakao ein teures Gut. Vor allem in der Adventszeit, in der Süßigkeiten gefragt sind, machen sich diese Entwicklungen im Einzelhandel bemerkbar – sowohl für Hersteller als auch für Verbraucher.


