Die deutsche Wirtschaft bleibt laut aktueller Prognose des ifo Instituts auf einem schwachen Wachstumspfad. Trotz staatlicher Impulse sorgen hohe Energiepreise und strukturelle Probleme für anhaltenden Gegenwind.
Gegensätzliche Kräfte prägen Konjunktur
Für 2026 und 2027 erwarten die Ökonomen jeweils ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent. Während ein Energiepreisschock infolge geopolitischer Spannungen die Entwicklung dämpft, wirkt die expansive Finanzpolitik stabilisierend. Öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung gleichen einen Teil der Belastungen aus.
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Energiepreise und Staatsausgaben im Fokus
Der Energiepreisschock reduziert das Wachstum in beiden Jahren um jeweils 0,4 Prozentpunkte. Gleichzeitig tragen staatliche Mehrausgaben mit rund 0,5 Prozentpunkten zur Wirtschaftsleistung bei. Dennoch hat diese Entwicklung ihren Preis: Das staatliche Defizit steigt deutlich an und dürfte bis 2027 knapp fünf Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen.
Kurzfristige Stagnation, später leichte Erholung
Im zweiten Quartal 2026 rechnen die Forscher mit einer vorübergehenden Stagnation. Eine Rezession wird jedoch nicht erwartet. Ab dem dritten Quartal könnte sich die Lage wieder verbessern, sofern sich die geopolitische Situation entspannt und die Energiepreise nachgeben.
Schwaches Potenzialwachstum bleibt Risiko
Langfristig sehen die Experten strukturelle Herausforderungen. Demografischer Wandel und geringe Produktivitätszuwächse begrenzen das Wachstumspotenzial bis zum Ende des Jahrzehnts auf nur noch etwa 0,1 Prozent. Nachhaltige Impulse erfordern daher umfassende wirtschaftspolitische Reformen über kurzfristige Konjunkturprogramme hinaus.





