Der neue Fraud Report von Adyen zeigt einen tiefgreifenden Wandel im E-Commerce-Betrug: Während klassische Betrugsfälle zurückgehen, entwickelt sich First-Party-Fraud zur dominierenden Bedrohung für Unternehmen. Die Risiken verlagern sich zunehmend in vermeintlich vertrauenswürdige Umgebungen.
Betrug verlagert sich auf kleinere Transaktionen
Die Gesamtverluste durch betrügerische Rückbuchungen sind 2025 zwar um 20 Prozent gesunken, gleichzeitig fiel jedoch auch der durchschnittliche Streitwert deutlich. Dies deutet darauf hin, dass Betrug heute häufiger in kleineren Beträgen stattfindet und dadurch leichter in großem Umfang umgesetzt werden kann.
Langfristig wächst das Problem weiter: Der globale E-Commerce-Betrug könnte bis 2029 ein Volumen von über 100 Milliarden US-Dollar erreichen.
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First-Party-Fraud wird zur Hauptbedrohung
Im Zentrum der Entwicklung steht sogenannter First-Party-Fraud. Dabei handelt es sich um Betrug durch echte, verifizierte Nutzerkonten. Diese Form ist mittlerweile die am häufigsten gemeldete Betrugsart.
Ein kleiner Anteil von Nutzern verursacht dabei einen Großteil der Schäden. Gleichzeitig steigen die Kosten pro Streitfall, was die wirtschaftliche Belastung für Unternehmen weiter erhöht.
KI senkt Eintrittsbarrieren für Betrüger
Automatisierung und künstliche Intelligenz erleichtern betrügerische Aktivitäten erheblich. Betrugsmuster können automatisiert getestet und verbreitet werden, während Fake- und Bot-Konten weltweit stark zunehmen.
Diese Entwicklung verschiebt die Dynamik: Statt einzelner großer Angriffe dominieren heute skalierbare, systematische Betrugsformen, die schwerer zu erkennen sind.
Risiko falscher Ablehnungen wächst
Für viele Unternehmen liegt die größte Herausforderung nicht mehr im Erkennen von Betrug, sondern im Vermeiden falscher Ablehnungen legitimer Kunden. Starre Kontrollmechanismen blockieren einen spürbaren Anteil echter Transaktionen.
Gleichzeitig steigen die Kosten für manuelle Prüfungen. Unternehmen stehen zunehmend vor der Aufgabe, Betrugsprävention und Umsatzwachstum in Einklang zu bringen.
Agentic Commerce verschärft die Entwicklung
Mit dem Aufkommen autonomer KI-Agenten könnte sich die Situation weiter zuspitzen. Diese Systeme automatisieren Transaktionen ohne menschliche Verhaltensmuster und erschweren damit die Unterscheidung zwischen legitimen und betrügerischen Aktivitäten.
Der Bericht zeigt: Erfolgreiches Betrugsmanagement erfordert künftig dynamische, datenbasierte Ansätze, die Vertrauen in Echtzeit bewerten und sich flexibel an neue Bedrohungslagen anpassen.


