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Streit um KI-Shopping: Amazon verweigert Meta Muse den Zugang

Amazon Logo auf einem iPhone neben einem Macbook
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Amazon sperrt Metas KI-Agenten Muse vom Einkauf auf seiner Plattform aus. Der Konflikt zeigt, wie hart Händler und Techkonzerne um Kundenzugang, Datenhoheit, Werbung und die Kontrolle über automatisierte Kaufprozesse im Onlinehandel ringen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Willkommen, Retail-News Redaktion

Amazon hat den Zugriff von Metas neuem KI-Agenten Muse auf Amazon.com blockiert. Der Onlinehändler wirft Meta vor, den Dienst ohne vorherige Abstimmung auf der Plattform eingesetzt zu haben. Wie Geekwire berichtet, identifiziert sich Muse ach Angaben von Amazon beim Zugriff nicht als automatisierter Agent und kann auf Kundenkonten, Bestellhistorien und Kaufprozesse zugreifen.

Meta hatte Muse Anfang September als persönlichen KI-Agenten gestartet, der mehrstufige Aufgaben selbstständig ausführt. Dazu gehören unter anderem Einkäufe, Terminbuchungen und andere Online-Aktionen. Bei sensiblen Schritten wie einem Kauf soll der Nutzer weiterhin ausdrücklich zustimmen.

Amazon pocht auf Kontrolle über den Plattformzugang

Amazon begründet die Sperre vor allem mit Sicherheits-, Datenschutz- und Transparenzfragen. Drittanbieter, die im Auftrag von Kunden Käufe ausführen, müssten sich nach Auffassung des Konzerns gegenüber dem jeweiligen Anbieter offen zu erkennen geben und dessen Entscheidung über eine Teilnahme respektieren.

Muse greift bei Diensten ohne öffentliche Programmierschnittstelle über einen Browser zu. Amazon sieht darin ein Problem, weil dadurch ein externer Agent innerhalb von Kundenkonten agiert, ohne dass der Händler dem Zugriff zugestimmt hat. Meta hält dagegen, dass Muse Passwörter und Zahlungsdaten nicht einsehen könne und Zugangsdaten in einer geschützten Umgebung gespeichert würden.

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Streit berührt das Geschäftsmodell im E-Commerce

Hinter der Auseinandersetzung steht eine grundsätzliche Frage: Wer kontrolliert im Zeitalter autonomer Einkaufsagenten die Beziehung zum Kunden? Wenn Nutzer Produkte nicht mehr selbst auf einer Website suchen, sondern einen KI-Assistenten damit beauftragen, könnten Plattformen einen Teil ihrer bisherigen Kontrolle über Suche, Empfehlungen und Kaufentscheidungen verlieren.

Für Amazon betrifft das nicht nur den Warenverkauf. Der Konzern erzielt erhebliche Einnahmen mit Werbung innerhalb seines Marktplatzes. Wenn externe Agenten Produkte automatisiert vergleichen und bestellen, könnten Nutzer weniger klassische Produktseiten aufrufen und damit auch weniger gesponserte Angebote sehen.

Amazon geht bereits gegen andere Shopping-Agenten vor

Der Konflikt mit Meta ist nicht der erste dieser Art. Amazon versucht seit Monaten, externe KI-Agenten vom automatisierten Einkauf auf seiner Plattform auszuschließen. Zu den betroffenen Anbietern gehören unter anderem Perplexity sowie Shopping-Funktionen von Google und OpenAI.

Besonders weit ging der Streit mit Perplexity. Amazon erwirkte zunächst eine einstweilige Verfügung gegen den Comet-Browser des Unternehmens, verlor diese jedoch im August vor einem US-Berufungsgericht. Das Gericht stellte darauf ab, dass beim Zugriff der Nutzer selbst und nicht der Anbieter des KI-Agenten als handelnde Partei anzusehen sei.

Vertragsregeln werden zum entscheidenden Hebel

Die Gerichtsentscheidung schloss andere Rechtswege jedoch nicht aus. Insbesondere vertragliche Ansprüche und Nutzungsbedingungen bleiben für Plattformbetreiber relevant. Genau darauf verweist Amazon nun bei Muse: Nutzer erhalten beim Versuch, den Agenten auf Amazon einzusetzen, einen Hinweis auf einen Verstoß gegen die Conditions of Use.

Der Fall zeigt damit, wie schnell sich aus agentischem Shopping ein neuer Konflikt zwischen Plattformen und KI-Anbietern entwickelt. Amazon setzt selbst auf KI-gestützte Einkaufsfunktionen und bietet mit „Buy for Me“ auch einen Agenten für Käufe auf externen Marken-Websites an. Das Unternehmen betont dabei, dass dieser Dienst sich als automatisierter Agent ausweist und Händler die Teilnahme ablehnen können.

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