Amazon hat seit den letztes Jahr begonnenen Test seinen Drohnenlieferdienst Prime Air erstmals außerhalb der USA in Betrieb genommen. Bereits seit Februar 2026 werden Kunden im britischen Darlington ausgewählte Bestellungen per Drohne zugestellt. Mit dem Start baut Amazon seine Logistikstrategie weiter aus und setzt verstärkt auf automatisierte Lieferprozesse für besonders schnelle Zustellungen.
Erster Prime-Air-Standort außerhalb der USA
Das Logistikzentrum in Darlington im Nordosten Englands dient als erste internationale Basis für Prime Air. Kunden innerhalb eines Umkreises von rund zwölf Kilometern können geeignete Produkte per Drohne bestellen. Voraussetzung ist, dass die Artikel weniger als 2,2 Kilogramm wiegen und in eine entsprechend dimensionierte Versandbox passen.
Nach Unternehmensangaben erfolgt die Zustellung im Regelbetrieb innerhalb von 60 Minuten oder weniger nach der Bestellung.
Amazon unaufhaltsam
MK30-Drohne übernimmt die Auslieferung
Zum Einsatz kommt die neue Drohne MK30. Sie startet und landet senkrecht, fliegt anschließend autonom mit Geschwindigkeiten von bis zu 113 km/h und nutzt Kameras sowie Sensoren, um Hindernisse während des Flugs selbstständig zu erkennen und zu umfliegen.
Vor jedem Start überprüfen speziell geschulte Mitarbeiter den technischen Zustand der Drohne und führen Sicherheitskontrollen durch. Erst danach wird das Paket geladen und der Flug freigegeben.
Automatisierte Zustellung bis zum Garten
Während des Bestellvorgangs wählen Kunden über eine digitale Kartenansicht einen geeigneten Ablagebereich auf ihrem Grundstück aus. Die Drohne steuert diesen Punkt autonom an, überprüft die Umgebung auf Hindernisse und setzt das Paket aus sicherer Höhe auf dem vorgesehenen Lieferbereich ab. Anschließend kehrt sie automatisch zum Logistikzentrum zurück.
Die gesamte Navigation erfolgt mithilfe digitaler Karten, KI-gestützter Systeme sowie einer permanenten Hinderniserkennung.
Wetter entscheidet über den Einsatz
Der Drohnenservice steht nur bei geeigneten Wetterbedingungen zur Verfügung. Die MK30 kann zwar auch bei leichtem Regen sowie unterschiedlichen Wind- und Temperaturverhältnissen fliegen, bei starkem Wind, schlechter Sicht oder heftigen Niederschlägen wird Prime Air automatisch als Versandoption deaktiviert. Die Wetterdaten fließen in Echtzeit in den Bestellprozess ein.
Drohnenlieferung als Teil der Logistikstrategie
Mit Prime Air verfolgt Amazon das Ziel, besonders schnelle Lieferungen für kleinere Bestellungen zu ermöglichen und gleichzeitig die Automatisierung seiner Logistik weiter voranzutreiben. Nach Angaben des Unternehmens absolvierte die MK30 während ihrer Entwicklung mehr als 5.100 Testflüge mit insgesamt über 900 Flugstunden. Für Prime-Mitglieder ist der Drohnenservice in Großbritannien derzeit ohne zusätzliche Liefergebühren verfügbar. Amazon will die Technologie schrittweise auf weitere Regionen ausweiten und deren Einsatz künftig weiter ausbauen.





