Die transatlantischen Spannungen nehmen nach Donald Trumps Ankündigung zu Strafzöllen im Fall Grönland zu: Acht europäische NATO-Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich, haben in einer gemeinsamen Erklärung ihre Unterstützung für Dänemark und die laufende Militärübung „Arctic Endurance“ in der Arktis bekräftigt. Die koordinierte Übung, an der mehrere Alliierten beteiligt sind, sei eine Reaktion auf die Notwendigkeit erhöhter Sicherheit in der Region – ohne dabei eine Bedrohung darzustellen.
Die Staaten unterstreichen ihre Bereitschaft zum Dialog, jedoch nur auf Basis von Souveränität und territorialer Integrität. In einem selten einmütigen Tonfall lehnt die Allianz jede Form wirtschaftlicher Erpressung entschieden ab. Insbesondere die jüngst vom US-Präsidenten angekündigten Strafzölle auf Exporte aus Deutschland und weiteren europäischen Ländern sorgen für Empörung.
Zölle als politische Waffe: Scharfe Kritik aus Wirtschaft und Politik.
Scharfe Worte kommen auch von Wirtschaftsvertretern. Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag warnte vor einem dramatischen Einbruch im transatlantischen Handel. Die angekündigten Zölle könnten bestehende Rekordbelastungen für deutsche Unternehmen weiter verschärfen. Zudem kritisierte er, dass Washington gezielt einzelne EU-Mitgliedstaaten unter Druck setze – eine gefährliche Strategie, die den Zusammenhalt Europas gefährden könnte.
Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) bezeichnete die Zolldrohungen als „grotesk“. Dass ein NATO-Mitglied wie die USA Länder wegen ihrer Teilnahme an einer gemeinsamen Verteidigungsübung wirtschaftlich bestrafe, sei ein Tiefpunkt der transatlantischen Beziehungen. Man dürfe nicht zulassen, dass Zölle zu einem politischen Druckmittel verkommen.
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EU unter Zugzwang: Deeskalation oder Handelskrieg?
Die EU sieht sich nun gezwungen zu reagieren. Die Zustimmung des Europäischen Parlaments zur geplanten Senkung der Zölle auf US-Industriegüter ist vor diesem Hintergrund äußerst fraglich. Brüssel prüft zudem den Einsatz des Anti-Coercion Instruments (ACI), warnt jedoch vor einer Eskalation.
Wirtschaft und Politik mahnen gleichermaßen zu Besonnenheit – doch der Ton wird schärfer. Der Konflikt um Grönland und die Arktis droht, weit über militärische und symbolische Fragen hinauszugehen und sich zu einem umfassenden Handelskonflikt auszuweiten.


