Mit der „Ecodesign for Sustainable Products Regulation“ (ESPR) hat die Europäische Union neue Maßstäbe für nachhaltige Produktanforderungen gesetzt. Textilien stehen dabei im Fokus: Sie sind eine der ersten priorisierten Kategorien im aktuellen Arbeitsplan der EU-Kommission für 2025 bis 2030. Ein delegierter Rechtsakt soll bis Ende 2027 konkrete Ökodesign-Kriterien definieren – mit mindestens 18 Monaten Umsetzungsfrist für Unternehmen.
Betroffen sind vor allem Hersteller und Inverkehrbringer von Textilien, aber auch Handelsunternehmen mit Eigenmarken. Der Handelsverband BTE bringt sich daher aktiv in nationale und europäische Konsultationen ein. Gemeinsam mit anderen Branchenverbänden macht sich der BTE für eine realistische Umsetzung stark. „Die vorgesehenen 18 Monate reichen nicht aus, um komplexe Anforderungen praxistauglich umzusetzen“, betont BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.
Beteiligung an wissenschaftlichen Grundlagenstudien
Im Rahmen einer EU-Konsultation diskutierte der BTE gemeinsam mit rund 400 weiteren Stakeholdern die vorbereitende Studie des Joint Research Centre (JRC) der EU-Kommission. Diese dient als wissenschaftliche Grundlage für die Ausarbeitung der Kriterien. Die finale Fassung der Studie wird Mitte 2026 erwartet. Bis zum 23. März 2026 können Verbände und Unternehmen ihre Kommentare einreichen.
Darüber hinaus wurde am 16. Januar 2026 der Abschlussbericht einer deutschen Studie zu Ökodesign-Anforderungen für Textilien vorgestellt. Das Umweltbundesamt, das Öko-Institut sowie die Hochschulen Niederrhein und Hof entwickelten die Studie unter aktiver Beteiligung zahlreicher Stakeholder, darunter auch der BTE. Die Veröffentlichung steht unmittelbar bevor.
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BTE fordert faire Bedingungen und klare Kriterien
Aus Sicht des Handels ist die frühzeitige Einbindung essenziell, um umsetzbare Vorgaben zu schaffen. Der BTE spricht sich für einen Stufenplan mit schrittweiser Einführung nach Produktkategorien aus. Zudem fordert er klare, für Verbraucher verständliche Kriterien sowie faire Wettbewerbsbedingungen – auch gegenüber Anbietern aus Drittstaaten.
Entscheidend sei, dass neue Vorschriften nachweislich ökologische Effekte erzielen, ohne die Belastung für regelkonforme Unternehmen unverhältnismäßig zu erhöhen. Dafür müssten die Kriterien auf eindeutig messbaren Produktparametern basieren und einfach kontrollierbar sein. „Wir werden die Entwicklung weiterhin konstruktiv begleiten“, so Pangels.


