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Breuninger startet KI-gestützte virtuelle Anprobe mit Google Cloud

Virtuelle Anprobe der Breuninger App
Foto: Breuninger

Key takeaways

Als der erste deutsche Händler integriert Breuninger die Virtual-Try-on-Technologie von Google in die eigene App. Das KI-Feature, das außerhalb von Deutschland bereits in vielen Märkten händlerunabhängig mit Google Shopping verknüpft ist, soll die Conversion Rate erhöhen und passformbedingte Retouren senken.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der Mode- und Lifestyle-Händler Breuninger will das digitale Einkaufserlebnis auf ein neues Niveau heben: Kunden können ab sofort in der Breuninger-App Kleidungsstücke virtuell an einem eigenen Foto testen. Das Feature nutzt KI-Technologie von Google Cloud und soll eine der größten Kaufbarrieren im Online-Modehandel abbauen – die Unsicherheit, ob ein Kleidungsstück wirklich passt oder optisch überzeugt.

Breuninger ist der erste deutsche und einer der ersten europäischen Fashion-Retailer, der Googles Virtual-Try-on-Technologie außerhalb des Google-Kosmos in eine eigene App integriert. Das Stuttgarter Unternehmen spricht von einem Meilenstein im Einsatz hochpersonalisierte digitale Features und einem starken Werkzeug, das einen konkreten Mehrwert Kunden schafft. Zum Start ist die Funktion laut Breuninger für ausgewählte Damen- und Herrenartikel in allen zehn Ländern und Sprachversionen der App verfügbar.

Digitale Anprobe soll Kaufentscheidungen erleichtern

Die virtuelle Anprobe gilt spätestens seit der Etablierung generativer KI als neuer Mega-Hebel zur Reduzierung von Retouren. Fehlkäufe aufgrund falscher Passform, Größe oder Stil verursachen im Fashion-E-Commerce erhebliche Kosten. Breuninger setzt daher bewusst auf ein realitätsnahes Modell: Die KI analysiert das hochgeladene Foto der Kundin oder des Kunden, erkennt Körperproportionen und überlagert das gewünschte Kleidungsstück möglichst authentisch.

Im Gegensatz zu generischen Avataren oder Modelbildern entsteht ein individualisierter Eindruck, der an das stationäre Einkaufserlebnis heranreicht und das Vertrauen in Kaufentscheidungen erhöhen soll. Zuletzt hatte auch der E-Commerce Pure-Player ASOS ein Virtual Try-On Feature mit dem Technologieparter AIUTA eingeführt

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Strategische Partnerschaft mit Google Cloud

Die Zusammenarbeit mit Google Cloud ist für Breuninger ein strategisches Signal. Das Unternehmen positioniert sich immer wieder als technologischer Vorreiter im europäischen Premiumsegment und stärkt zugleich die eigene digitale Infrastruktur. Durch die Integration in die eigene App behält Breuninger die Kontrolle über die Kundenschnittstelle und relevante Datenprozesse – ein Vorteil gegenüber Lösungen, die ausschließlich über externe Plattformen laufen.

Google wiederum, das bereits seit 2024 ernsthaft mit virtueller Anprobe für Modemarken experimentiert, treibt die Verbreitung KI-basierter Commerce-Tools voran und nutzt Breuninger als Aushängeschild für den Einsatz fortschrittlicher Bildverarbeitung im Modehandel. Denn: Die händlerunabhängige Anprobe-Funktion in Verbindung mit Google Shopping, das mittlerweile auch für Schuhe funktioniert, wurde zwar zuletzt im Dezember 2025 in Großbritannien und Indien lanciert, ist jedoch in Deutschland und anderen EU-Ländern weiterhin nicht verfügbar.

Nach der vielbeachteten Topshop-Fashion-Show, bei der auch Googles Try-On zum Einsatz kam, ist Breuninger nun der erste bekannte Modehändler in Europa, der die Technologie in das eigene Ökosystem integriert.

Omnichannel-Kompetenz trifft KI-Innovation

Breuninger hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt: Vom klassischen Modehaus zu einem Omnichannel-Anbieter mit einem Online-Anteil von weit über 50 Prozent. Erst im November letztes Jahres hatte Breuninger in weitere internationale Märkte expandiert. Die App, in dem auch stark das eigene Loyalty-Programm Beyond integriert ist, ist dabei ein zentrales Bindeglied zwischen digitalem und stationärem Einkaufserlebnis.

Das Virtual-Try-on-Feature fügt sich in diese Strategie ein. Es kombiniert Elemente der Beratung und Anprobe aus dem Store mit der Flexibilität des Online-Shoppings. Kundinnen und Kunden erhalten ein personalisiertes Erlebnis, das weit über herkömmliche Produktdarstellungen hinausgeht.

Skalierung und Datenschutz als zentrale Zukunftsthemen

Zum Start beschränkt sich die Technologie auf ausgewählte Kategorien. Entscheidend wird sein, wie schnell Breuninger das Feature auf größere Teile des Sortiments ausweiten kann. Ebenfalls im Fokus: Datenschutz und der Umgang mit sensiblen Bilddaten.

Je stärker Kundinnen und Kunden das Feature akzeptieren, desto größer das wirtschaftliche Potenzial – von höherer Conversion Rate bis hin zu sinkenden Retourenquoten. Sollte das Konzept erfolgreich skalieren, könnte Virtual Try-on bald zum Standard im Premium-Onlinehandel werden.

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