Die südkoreanische E-Commerce-Plattform Coupang sieht sich mit neuen Enthüllungen rund um das massive Datenleck vom November 2025 konfrontiert. Statt der zunächst kommunizierten 3.000 betroffenen Nutzerkonten sollen nun laut Regierungsangaben über 165.000 Kundeninformationen kompromittiert worden sein. Dies berichtet Yonhab News Agency.
Die neuen Zahlen stammen von einem staatlich geleiteten Ermittlungsteam, das den Vorfall untersucht. Dabei handelt es sich nicht um einen neuen Vorfall, sondern um eine erhebliche Ausweitung des bereits bekannten Leaks. Der Vorfall selbst steht im Zusammenhang mit einer groß angelegten Cyberattacke, bei der laut bisherigen Erkenntnissen persönliche Daten wie Namen, Telefonnummern und Adressen aus der Versandhistorie gestohlen wurden.
Politische und rechtliche Dimensionen
Die Ausweitung des Leaks hat auch politische Folgen. Das südkoreanische Parlament sowie die Datenschutzbehörden haben Coupangs Krisenmanagement zunehmend infrage gestellt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, insbesondere wegen der Beteiligung eines mutmaßlich involvierten chinesischen Staatsbürgers, dessen Laptop von Coupang angeblich auf Anweisung des südkoreanischen Geheimdiensts beschlagnahmt wurde.
Im Zentrum der Kritik steht laut Yonhab Harold Rogers, interimistischer CEO von Coupang, der auf den Ex-CEO nach dem Vorfall folgte. Er musste sich Anfang Februar einer 14-stündigen Befragung durch die Polizei stellen – es geht unter anderem um den Vorwurf des Meineids. Rogers hatte bei einer parlamentarischen Anhörung im Dezember 2025 ausgesagt, Coupang habe eigenständig ermittelt und in Abstimmung mit dem Geheimdienst gehandelt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Internationale Implikationen und weitere Ermittlungen
Rogers, der in Kürze auf Druck von Investoren zur Aussage vor den Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses nach Washington reisen soll, sieht sich auch mit Vorwürfen eines möglichen Vertuschungsversuchs im Zusammenhang mit dem Tod eines Coupang-Mitarbeiters im Jahr 2020 konfrontiert.
Das Unternehmen hat inzwischen alle betroffenen Nutzer informiert und laut eigener Aussage seine Sicherheits- und Überwachungssysteme ausgebaut. Bislang gebe es keine Hinweise auf Folgeschäden durch die neu identifizierten Datenlecks.


