Der deutsche Arbeitsmarkt verliert weiter an Dynamik. Im zweiten Quartal 2026 waren rund 45,7 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Saisonbereinigt sank ihre Zahl gegenüber dem Vorquartal um 53.000 beziehungsweise 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Im Jahresvergleich fällt der Rückgang deutlicher aus: Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 waren 212.000 Menschen oder 0,5 Prozent weniger erwerbstätig. Im ersten Quartal hatte das Minus noch 190.000 Personen betragen.
Dienstleistungssektor erstmals spürbar im Minus
Erstmals seit der Corona-Krise ging auch die Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen spürbar zurück. Binnen Jahresfrist sank sie um 27.000 Personen beziehungsweise 0,1 Prozent.
Die Entwicklung unterscheidet sich allerdings erheblich zwischen den Branchen. Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit schufen weitere 187.000 Stellen und verzeichneten ein Plus von 1,5 Prozent.
Deutlich schwächer entwickelte sich der Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Hier sank die Zahl der Erwerbstätigen um 115.000 beziehungsweise 1,1 Prozent. Unternehmensdienstleister verloren 52.000 Beschäftigte, Information und Kommunikation 24.000.
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Industrie verliert 159.000 Erwerbstätige
Noch stärker fällt der Beschäftigungsabbau außerhalb der Dienstleistungen aus. Insgesamt ging die Erwerbstätigkeit dort um 185.000 Personen beziehungsweise 1,7 Prozent zurück.
Im Produzierenden Gewerbe ohne Bau sank die Zahl um 159.000 beziehungsweise 2,0 Prozent. Das Baugewerbe verlor 17.000 Erwerbstätige. In Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei betrug das Minus 9.000 Personen.
Weniger Arbeitnehmer und Selbstständige
Die Zahl der Arbeitnehmer sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 154.000 beziehungsweise 0,4 Prozent auf 42,1 Millionen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bereits Ende 2025 ausgelaufen.
Auch die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger ging weiter zurück. Sie sank um 58.000 beziehungsweise 1,6 Prozent auf 3,6 Millionen.
Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen verringerte sich ebenfalls um 0,5 Prozent auf 14,4 Milliarden Stunden. Die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit je Erwerbstätigen blieb mit 314,7 Stunden dagegen unverändert.
Die Zahlen zeigen damit eine zunehmend breite Abschwächung des Arbeitsmarkts. Während öffentliche Dienstleistungen, Bildung und Gesundheit weiterhin Beschäftigung aufbauen, verlieren Industrie sowie mehrere privatwirtschaftliche Dienstleistungsbereiche Arbeitsplätze.






