Die finanzielle Belastung deutscher Verbraucher nimmt zu. Nach dem SCHUFA Risiko- und Kreditkompass 2026 stieg der Anteil der Personen mit registrierten Zahlungsstörungen im vergangenen Jahr von 7,9 auf 8,1 Prozent. Besonders auffällig ist die wachsende Zahl erstmaliger Zahlungsausfälle.
Grundlage der Untersuchung sind archivierte SCHUFA-Daten zu rund 69 Millionen Verbrauchern mit Stand Ende 2025. Trotz der Verschlechterung mehrerer Kennzahlen sieht die Auskunftei bislang keine allgemeine Verschuldungskrise.
Mehr Zahlungsausfälle und Privatinsolvenzen
Die Zahl der Verbraucher mit erstmals gemeldeten Zahlungsstörungen lag 2025 rund zwölf Prozent über dem Vorjahreswert. Der Anteil nicht vertragsgemäß bedienter Ratenkredite erhöhte sich leicht von 2,9 auf drei Prozent.
Auch bei Immobilienfinanzierungen nahmen Probleme zu. Die Quote auffälliger Hypothekendarlehen stieg von 0,10 Prozent im Jahr 2023 auf 0,13 Prozent im Jahr 2025. Höhere Zinsen bei Anschlussfinanzierungen dürften dabei eine Rolle spielen.
Die Zahl der Privatinsolvenzanträge wuchs um 8,3 Prozent auf rund 88.000. Gleichzeitig erreichten Pfändungsschutzkonten mit 2,82 Millionen einen Höchststand. Damit verfügten vier Prozent der Erwachsenen über ein solches Konto.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Bremen und Berlin besonders betroffen
Regional unterscheiden sich die Zahlungsprobleme erheblich. Bremen verzeichnete mit 11,2 Prozent den höchsten Anteil betroffener Verbraucher, gefolgt von Berlin mit 10,1 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 9,9 Prozent.
Die niedrigsten Quoten meldete die SCHUFA für Bayern mit sechs Prozent und Baden-Württemberg mit 6,6 Prozent. Allerdings verschlechterten sich die Werte auch in diesen Bundesländern gegenüber 2024.
Als mögliche Ursache nennt die Auskunftei wirtschaftliche Schwierigkeiten und Beschäftigungsabbau in der Automobilindustrie und ihren Zulieferbetrieben.
Kleinkredite wachsen um elf Prozent
Deutlich verändert hat sich das Kreditverhalten bei kleineren Finanzierungen. Die Zahl neuer Ratenkredite unter 1.000 Euro stieg 2025 um elf Prozent auf 7,5 Millionen Verträge.
Die SCHUFA führt diese Entwicklung unter anderem auf die zunehmende Nutzung von Buy-Now-Pay-Later-Angeboten im Onlinehandel zurück. Größere Ratenkredite über 1.000 Euro gingen dagegen um zwei Prozent auf 4,8 Millionen Neuverträge zurück.
Insgesamt waren Ende 2025 rund 19,6 Millionen Ratenkredite registriert. Die Zahl der Kreditnehmer sank leicht auf 12,8 Millionen, während mehr Verbraucher gleichzeitig mindestens drei laufende Kredite bedienten.
Immobilienfinanzierungen legen kräftig zu
Trotz höherer Finanzierungskosten entwickelte sich das Hypothekengeschäft positiv. Die Zahl neu abgeschlossener Immobilienkredite stieg um 25 Prozent auf 1,12 Millionen Verträge.
Das gesamte Darlehensvolumen dieser Neuabschlüsse erhöhte sich um 21 Prozent auf 177,9 Milliarden Euro. Insgesamt waren 10,5 Millionen Hypothekenkredite registriert, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Ergebnisse zeigen damit eine zunehmende finanzielle Anspannung bei Teilen der Bevölkerung. Während Zahlungsstörungen und Insolvenzen steigen, verändern insbesondere kurzfristige Konsumfinanzierungen die Struktur des Kreditmarktes.



