Der wirtschaftliche Schaden durch Ladendiebstahl im deutschen Einzelhandel hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach aktuellen Daten des Handelsforschungsinstituts EHI wurden Waren im Wert von mehr als drei Milliarden Euro entwendet. Damit liegt der Schaden erstmals über dieser Marke und fällt deutlich höher aus als noch wenige Jahre zuvor.
Gegenüber 2022 stieg der finanzielle Verlust um ein Viertel. Besonders problematisch ist dabei der wachsende Anteil organisierter Tätergruppen. Nach Angaben der Studie geht rund ein Drittel der gesamten Schadenssumme auf bandenmäßig oder gewerblich organisierte Kriminalität zurück.
Hohe Dunkelziffer erschwert die Bekämpfung
Offiziell wurden im vergangenen Jahr rund 380.000 Fälle von Ladendiebstahl registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen. Das EHI geht davon aus, dass mehr als 98 Prozent aller Diebstähle unentdeckt bleiben oder nicht zur Anzeige gebracht werden.
Nach Schätzungen des Instituts werden jährlich fast 25 Millionen Diebstahlsdelikte im Einzelhandel weder entdeckt noch strafrechtlich verfolgt. Viele Händler verzichten inzwischen auf Anzeigen, da sie geringe Erfolgsaussichten bei Ermittlungen und Strafverfahren sehen und den bürokratischen Aufwand scheuen.
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Organisierte Tätergruppen bereiten besondere Sorgen
Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht insbesondere die zunehmende Professionalität organisierter Diebstahlsstrukturen als Herausforderung. Nach Einschätzung des Verbandes reicht das bestehende Strafrecht nicht aus, um gewerbsmäßige oder bandenmäßig agierende Täter wirksam abzuschrecken.
Der HDE fordert deshalb eine Anpassung der gesetzlichen Regelungen für schwere Diebstahlsdelikte. Ziel sei es, organisierte Kriminalität konsequenter zu verfolgen und die Abschreckungswirkung von Strafen zu erhöhen. Der Verband sieht hier vor allem die Politik in der Verantwortung, wirksamere Rahmenbedingungen zu schaffen.
Handel investiert Milliarden in Sicherheitsmaßnahmen
Um sich gegen Diebstahl zu schützen, investiert der Einzelhandel bereits erhebliche Summen in Prävention. Nach Angaben des HDE fließen jährlich rund 1,7 Milliarden Euro in Sicherheitsmaßnahmen wie Kameraüberwachung, Warensicherungssysteme und Sicherheitspersonal.
Trotz dieser Investitionen steigen die Schäden weiter an. Deshalb fordert der Verband zusätzliche Möglichkeiten zur Kriminalitätsbekämpfung und eine Modernisierung bestehender Sicherheitsinstrumente.
KI-gestützte Überwachung als möglicher Lösungsansatz
Besonders großes Potenzial sieht der HDE beim Einsatz moderner Videoüberwachungstechnologien. Neben klassischen Kamerasystemen könnten künftig auch KI-gestützte Lösungen eine größere Rolle spielen. Sie sollen verdächtige Verhaltensmuster frühzeitig erkennen und Sicherheitskräfte gezielter unterstützen.
Nach Auffassung des Verbandes würde eine breitere Nutzung solcher Technologien nicht nur die Prävention verbessern, sondern auch Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung von Straftaten unterstützen. Gleichzeitig könnte dies das Vertrauen vieler Handelsunternehmen in die Wirksamkeit staatlicher Strafverfolgung stärken.


