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Insolvenzen von Unternehmen steigen auf höchsten Stand seit 2013

Closed Shild als Symbol für Insolvenzen
Foto: Pixabay

Key takeaways

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im ersten Halbjahr 2026 auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Besonders junge Unternehmen und Dienstleister geraten unter Druck. Creditreform erwartet vorerst keine Entspannung der wirtschaftlich angespannten Lage.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 erneut deutlich gestiegen. Nach einer aktuellen Analyse von Creditreform wurden 12.900 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Plus von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit erreicht das Insolvenzgeschehen den höchsten Stand seit 2013.

Als Ursachen nennt Creditreform die anhaltenden Folgen der wirtschaftlichen Schwächephase, hohe Kostenbelastungen sowie die Auswirkungen geopolitischer Krisen. Insbesondere steigende Energie- und Rohstoffpreise hätten die Situation vieler Unternehmen weiter verschärft.

Hohe Schäden und mehr betroffene Arbeitsplätze

Die wirtschaftlichen Folgen der Insolvenzen fallen zunehmend schwer ins Gewicht. Die Schadenssumme für Gläubiger belief sich im ersten Halbjahr auf rund 28,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig waren etwa 165.000 Arbeitsplätze von Unternehmenspleiten betroffen, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum.

Nach Einschätzung von Creditreform geraten immer mehr Unternehmen zwischen schwache Nachfrage, hohe Betriebskosten und anhaltende Unsicherheit. Eine spürbare Entspannung sei erst mit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung zu erwarten.

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Junge und große Unternehmen besonders betroffen

Überdurchschnittlich stark stiegen die Insolvenzzahlen bei jungen Unternehmen. In der Gruppe der bis zu zwei Jahre alten Betriebe nahm die Zahl der Insolvenzen um mehr als ein Viertel zu. Auch Unternehmen im Alter von drei bis vier Jahren verzeichneten zweistellige Zuwächse.

Zudem gerieten größere Unternehmen zunehmend unter Druck. Bei Betrieben mit mehr als 250 Beschäftigten stieg die Zahl der Insolvenzen um 28,6 Prozent. Der Großteil der Fälle entfällt allerdings weiterhin auf kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern.

Dienstleistungssektor unter besonderem Druck

Während die Insolvenzzahlen im Handel leicht zurückgingen, setzte sich der Negativtrend in anderen Branchen fort. Besonders betroffen war der Dienstleistungssektor, auf den inzwischen mehr als 60 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen entfallen.

Viele Betriebe verfügen dort über geringe finanzielle Reserven und stehen gleichzeitig vor tiefgreifenden Veränderungen durch Digitalisierung, Automatisierung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle nicht rechtzeitig anpassen, geraten zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Schuldentragfähigkeit verschlechtert sich

Zusätzlich weist Creditreform auf eine sinkende Fähigkeit vieler Unternehmen hin, ihre Kreditverpflichtungen aus dem laufenden Geschäft zu bedienen. Immer mehr Betriebe erzielen nicht mehr ausreichend operative Erträge, um ihre Zinszahlungen vollständig abzudecken.

Besonders betroffen sind Dienstleistungsunternehmen und größere Betriebe. Die Kombination aus schwacher Konjunktur, rückläufigen Erträgen und gestiegenen Finanzierungskosten erhöht nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher das Risiko weiterer Zahlungsausfälle in den kommenden Jahren.

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