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Sorge um Finanzen: 80 % der Deutschen blicken pessimistisch in die Zukunft

Frau vor Rechnungen am Tisch mit zusammengeschlagener Hände
Symbolbild - Foto: Kaboompics.com / Pexels

Key takeaways

Eine aktuelle CRIF-Studie zeigt: 80 Prozent der Deutschen blicken mit Sorge auf ihre finanzielle Zukunft. Viele rechnen mit sinkendem Lebensstandard und erleben zunehmende Hürden beim Zugang zu Krediten. Gleichzeitig verändert sich das Konsumverhalten spürbar – digitale Finanzprodukte und Sparmaßnahmen gewinnen an Bedeutung.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Trotz leicht positiver Konjunktursignale bleibt die finanzielle Verunsicherung unter deutschen Verbrauchern hoch. Laut einer aktuellen Studie des Datenanalyseunternehmens CRIF sorgen sich 80 Prozent der Bundesbürger um ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt von 74 Prozent.

Sinkender Lebensstandard trotz wirtschaftlicher Erholung

Die Sorge um den Lebensstandard ist besonders in der Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen ausgeprägt. Während 28 Prozent aller Deutschen mit einer Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse rechnen, sind es in dieser Bevölkerungsgruppe sogar 35 Prozent. In Polen zeigt sich ein ähnliches Bild (27 Prozent), wohingegen die Werte in Italien (20 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (21 Prozent) deutlich niedriger liegen.

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Mehr Ausgaben, weniger Spielraum

Die zunehmende wirtschaftliche Belastung zeigt sich in mehreren Bereichen: 31 Prozent der Befragten in Deutschland erwarten eine generelle Verschlechterung ihrer finanziellen Lage, 27 Prozent rechnen mit weniger Geld am Monatsende. Zudem sorgen sich 24 Prozent, ihre laufenden Rechnungen nicht fristgerecht bezahlen zu können – der höchste Wert unter den untersuchten Ländern. Besonders auffällig: Fast jeder zehnte Deutsche befürchtet, bald die Miete oder Hypothek nicht mehr zahlen zu können.

Kredithürden steigen deutlich

Ein weiteres Anzeichen für die wachsende Unsicherheit: Zwölf Prozent der Befragten in Deutschland wurde seit Anfang 2024 ein Kredit verweigert. Insgesamt haben 27 Prozent der Deutschen in ihrem Leben bereits mindestens eine Kreditablehnung erfahren – mehr als in Frankreich (16 Prozent) oder Italien (15 Prozent). Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit fairer und zugänglicher Finanzdienstleistungen, so CRIF-Geschäftsführer Dr. Frank Schlein.

Verändertes Konsum- und Zahlungsverhalten

Der finanzielle Druck wirkt sich zunehmend auf das Verhalten der Konsumenten aus. 59 Prozent der Deutschen geben an, in den letzten zwölf Monaten sparsamer geworden zu sein. Digitale Bankdienstleistungen gewinnen an Bedeutung: 44 Prozent kontrollieren ihre Finanzen inzwischen häufiger über Apps oder Onlinebanking. Gleichzeitig nutzen 28 Prozent gezielt häufiger Bargeld, um die Ausgabenkontrolle zu verbessern.

Finanzprodukte im Wandel

Der konservative Umgang der Deutschen mit Geld verändert sich ebenfalls. Im vergangenen Jahr nutzten 52 Prozent der Befragten neue Kreditmöglichkeiten, darunter 29 Prozent eine neue Kreditkarte. Besonders auffällig ist der Anstieg bei „Buy Now, Pay Later“-Diensten: Mit 20 Prozent Nutzung liegt Deutschland deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 11 Prozent.

Digitale Services – Chancen und Hürden

Ein Großteil der Verbraucher möchte Bankgeschäfte digital erledigen – 58 Prozent bevorzugen eine vollständige Verwaltung über Smartphone oder Computer. Vorteile sehen sie in Echtzeitzahlungen, schnellen Entscheidungen und einfachem Zugang zu Finanzprodukten. Gleichzeitig beklagen 62 Prozent die Schließung von Filialen und vermissen den persönlichen Kontakt in komplexen Situationen.

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