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Alarmierende Zahlen: Großinsolvenzen in Deutschland 2025 auf Rekordhoch

Closed Shild als Symbol für Insolvenzen
Foto: Pixabay

Key takeaways

Laut Allianz Trade erreichten die weltweiten Großinsolvenzen 2025 mit 475 Fällen einen neuen Rekord. Deutschland trug mit 94 Fällen maßgeblich zur Entwicklung bei – besonders betroffen waren Kliniken, Industrie und Einzelhandel. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg erwartet, wenngleich mit gebremster Dynamik.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Alle 18 Stunden meldet weltweit ein großes Unternehmen Insolvenz an – das Jahr 2025 markiert laut Allianz Trade mit insgesamt 475 Fällen einen neuen Negativrekord. Auch in Deutschland erreichte die Zahl der Großinsolvenzen einen neuen Höchststand seit Beginn der Erhebungen 2015: 94 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro gingen in die Pleite, ein Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr. Damit entfällt jede fünfte weltweite Großinsolvenz auf Deutschland.

Kliniken, Industrie und Handel besonders betroffen

Die Analyse von Allianz Trade zeigt, dass besonders der Dienstleistungssektor in Deutschland unter Druck stand – darunter fielen allein neun große Insolvenzen aus dem Klinik- und Pflegesektor. Auch die Automobilindustrie (12 Fälle), Chemie- und Metallbranche (je 11 Fälle) sowie das Baugewerbe (10) und der Einzelhandel (9) waren stark betroffen. Insgesamt zeigt sich, dass der Druck auf margenschwache Branchen weiter zunimmt, vor allem in der zweiten Jahreshälfte.

Im ersten Halbjahr 2025 schien sich die Lage vorübergehend zu entspannen (30 Pleiten vs. 39 im Vorjahreszeitraum). Doch im zweiten Halbjahr stiegen die Zahlen stark an: Allein im vierten Quartal wurden 37 Großinsolvenzen verzeichnet – der höchste Wert seit Beginn der Allianz-Analysen.

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Dominoeffekte auf Lieferketten möglich

Besondere Sorge bereitet Experten der Dominoeffekt, den Großinsolvenzen auslösen können. Laut Allianz Trade steigt durch den Wegfall großer Abnehmer das Risiko für kleine, stark abhängige Lieferanten. Der globale Umsatz der betroffenen Großunternehmen kletterte 2025 um 12 % auf 208 Milliarden Euro – mit den größten Einzelfällen in den USA und China.

In Deutschland hingegen sank der Gesamtumsatz der insolventen Unternehmen von 18 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf rund 12 Milliarden Euro – der zweithöchste Wert seit Beginn der Erhebung. Trotz dieser Entspannung mahnt Allianz-Deutschlandchef Milo Bogaerts zur Vorsicht: Auch prominente Großunternehmen können Risiken bergen, die sich auf ganze Wertschöpfungsketten auswirken.

2026: Weiterer Anstieg – aber gebremste Dynamik

Für das laufende Jahr 2026 rechnet Allianz Trade mit einem weiteren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen – weltweit um rund 3 %, in Deutschland um 1 % auf 24.450 Fälle. Allerdings dürfte sich die Dynamik des Anstiegs erstmals seit fünf Jahren abschwächen. Erst 2027 sei mit einer leichten Erholung zu rechnen. In Deutschland könnte der Rückgang dann bei etwa 6 % liegen – allerdings bleibt das Niveau weiterhin hoch.

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