JD Sports hat im ersten Halbjahr 2026/27 einen weitgehend stabilen Umsatz, aber deutlich niedrigere operative Ergebnisse erzielt. Die Erlöse sanken in den 26 Wochen bis Anfang August um 0,7 Prozent auf 5,9 Milliarden Pfund, während der Gewinn vor Steuern und Sondereffekten um 19,7 Prozent auf 282 Millionen Pfund zurückging.
Das Unternehmen verweist auf Kaufkraftdruck, einen schwächeren Produktzyklus bei Schuhen und ein stark rabattgetriebenes Marktumfeld. Gleichzeitig verbesserte sich die Finanzlage: Zum Halbjahresende verfügte JD Sports über Netto-Cash von 168 Millionen Pfund, nach Netto-Schulden von 125 Millionen Pfund im Vorjahr.
Online-Geschäft gewinnt weiter an Bedeutung
Der Online-Anteil am Konzernumsatz stieg von 19 auf 20 Prozent. Die organischen Online-Umsätze legten um 5,2 Prozent zu, während die Erlöse der stationären Geschäfte organisch um 2,2 Prozent zurückgingen. Insgesamt erwirtschaftete JD Sports online rund 1,2 Milliarden Pfund.
Neue E-Commerce-Plattformen gingen in Großbritannien und Irland live. Sie sollen unter anderem Produktsuche, Checkout, Personalisierung und Loyalty-Integration verbessern. Weitere europäische Märkte sollen im zweiten Halbjahr folgen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Bekleidung wächst, Schuhe bleiben unter Druck
Footwear bleibt mit 60 Prozent Umsatzanteil die wichtigste Kategorie, entwickelte sich jedoch schwächer. Die organischen Schuhumsätze gingen konzernweit um rund drei Prozent zurück, was JD Sports vor allem mit auslaufenden Produktzyklen bei mehreren Marken begründet.
Bekleidung und Accessoires entwickelten sich dagegen positiv und wuchsen organisch um rund vier Prozent. Ihr Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich auf 36 Prozent. Besonders in Nordamerika sieht das Unternehmen weiteres Wachstumspotenzial bei Apparel und Womenswear.
JD Sports strafft sein Filialnetz
Der Konzern betrieb zum Halbjahresende 4.766 eigene Geschäfte in 35 Ländern, nach 4.811 Filialen zu Jahresbeginn. Während des Halbjahres wurden 136 Standorte eröffnet beziehungsweise verlagert oder umgewandelt und 181 geschlossen.
In Deutschland wurde die Restrukturierung nach dem Berichtszeitraum abgeschlossen und das Netz von 91 auf 62 Standorte reduziert. In den USA läuft zudem die Umwandlung beziehungsweise Schließung der verbliebenen eigenständigen Finish-Line-Filialen weiter.
Loyalty und KI rücken stärker in den Mittelpunkt
Das Kundenbindungsprogramm JD STATUS überschritt weltweit die Marke von zehn Millionen aktiven Mitgliedern. In Großbritannien entfielen im Halbjahr fast 40 Prozent der stationären Umsätze auf Loyalty-Mitglieder, deren durchschnittlicher Warenkorb nach Unternehmensangaben rund 20 Prozent über dem von Nichtmitgliedern lag.
Parallel baut JD Sports den Einsatz von Künstlicher Intelligenz aus. In den USA wurde eine native Kauf- und Checkout-Funktion innerhalb einer KI-Plattform eingeführt. Weitere KI-Anwendungen sollen unter anderem Bestandsplanung, Kundenservice, Einkauf, Marketing und Content-Produktion unterstützen.
Jahresprognose bleibt unverändert
Trotz des schwächeren ersten Halbjahres bestätigt JD Sports seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Gewinn vor Steuern und Sondereffekten soll zwischen 700 und 800 Millionen Pfund liegen, beim freien Cashflow erwartet der Konzern 460 bis 520 Millionen Pfund.
Zugleich setzt das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm über insgesamt 200 Millionen Pfund fort. Die Zwischendividende steigt von 0,33 auf 0,40 Pence je Aktie und damit um rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.




