Jeff Bezos’ Raumfahrtunternehmen Blue Origin plant den Einstieg ins Geschäft mit Satelliteninternet und will damit direkt mit SpaceX und Amazon konkurrieren. Unter dem Namen TeraWave soll ein neues Netzwerk entstehen, das sich primär an Unternehmenskunden, Rechenzentren und staatliche Einrichtungen richtet.
Mehr als 5.000 Satelliten ab 2027
Blue Origin kündigte laut CNBC an, ab dem vierten Quartal 2027 insgesamt 5.408 Satelliten in eine Umlaufbahn zu bringen. Diese sollen sowohl in niedrigen als auch mittleren Erdumlaufbahnen (LEO und MEO) positioniert werden, also zwischen etwa 160 und 34.000 Kilometern über der Erde. Die Übertragungsrate soll bei bis zu 6 Terabit pro Sekunde liegen – ein ambitionierter Wert, der vor allem große Organisationen ansprechen dürfte.
Mit dem Projekt steigt Bezos in einen bereits gut gefüllten Markt ein. SpaceX dominiert mit seinem Dienst Starlink, der bereits mehr als 9.000 aktive Satelliten und rund 9 Millionen Nutzer zählt. Auch Amazon, wo Bezos weiterhin als strategischer Kopf gilt, treibt mit dem Projekt Leo (vormals Kuiper) den Aufbau eines eigenen Netzwerks mit 3.236 Satelliten voran.
Amazon unaufhaltsam
Konkurrenz aus dem eigenen Haus
Amazon hat seit April 2025 bereits 180 Satelliten ins All geschickt – teils mit Hilfe von SpaceX und der United Launch Alliance, künftig aber auch mit Unterstützung von Blue Origin selbst. Ein Enterprise-Testbetrieb für ausgewählte Nutzergruppen läuft seit Ende 2025. Die vollständige Markteinführung steht kurz bevor.
Blue Origin wurde im Jahr 2000 gegründet und ist bisher vor allem für touristische Raumflüge mit der New Shepard bekannt. Ein technologischer Meilenstein gelang im November 2025 mit der erfolgreichen Landung einer wiederverwendbaren New Glenn-Rakete nach dem Transport von NASA-Satelliten. CEO des Unternehmens ist Dave Limp, zuvor Chef der Gerätesparte bei Amazon.


