Der französische Luxusgüterkonzern Kering hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 3,345 Milliarden Euro erzielt und damit das Vorjahresniveau gehalten. Vergleichbar gingen die Erlöse um ein Prozent zurück. Während Gucci weiterhin Umsatzverluste verzeichnete, entwickelten sich Saint Laurent, Bottega Veneta sowie das Schmuck- und Brillengeschäft positiv. Konzernchef Luca de Meo setzt auf eine umfassende Neuausrichtung.
Gucci-Umsatz sinkt um sechs Prozent
Die wichtigste Konzernmarke Gucci erwirtschaftete zwischen Juli und September 1,291 Milliarden Euro. Das entspricht einem berichteten Rückgang von vier Prozent und einem vergleichbaren Minus von sechs Prozent.
Besonders schwach entwickelte sich der eigene Einzelhandel einschließlich E-Commerce. Hier sanken die vergleichbaren Umsätze um neun Prozent.
Belastend wirkten rückläufige Kundenfrequenzen, insbesondere in China und Japan. Gleichzeitig verbesserten sich laut Kering die Kaufabschlussquote und die durchschnittlichen Einkaufswerte.
Das Großhandelsgeschäft legte dagegen vergleichbar um 45 Prozent zu. Allerdings profitierte dieser Vertriebskanal von einer niedrigen Vorjahresbasis und neuen Kollektionen.
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Saint Laurent und Bottega Veneta wachsen
Im Segment Fashion & Leather Goods sank der Umsatz um drei Prozent auf vergleichbarer Basis auf 2,743 Milliarden Euro.
Ohne Gucci stiegen die vergleichbaren Einzelhandelserlöse jedoch um zwei Prozent. Dazu trugen insbesondere Saint Laurent, Bottega Veneta und Brioni bei.
Saint Laurent profitierte von einer stabilen Nachfrage in Nordamerika und Westeuropa. Bottega Veneta verzeichnete eine positive Entwicklung bei Lederwaren und neuen Produkten.
Schwieriger blieb die Lage bei Balenciaga und Alexander McQueen. Beide Marken arbeiten an der Weiterentwicklung ihrer Kollektionen und Marktpositionierung.
Schmuck und Brillen wachsen deutlich
Das Schmuckgeschäft entwickelte sich besonders dynamisch. Kering Jewelry steigerte den Quartalsumsatz um zwölf Prozent auf 239 Millionen Euro. Vergleichbar betrug das Wachstum elf Prozent.
Vor allem Boucheron und Pomellato profitierten von einer anhaltenden Nachfrage nach ihren Schmuckkollektionen.
Kering Eyewear erhöhte den Umsatz um sechs Prozent auf 373 Millionen Euro. Vergleichbar erreichte die Sparte ein Plus von vier Prozent. Das Wachstum erstreckte sich auf sämtliche Regionen.
Kering schließt weitere Geschäfte
In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Kering einen Konzernumsatz von 10,565 Milliarden Euro. Berichtet entspricht dies einem Rückgang von zwei Prozent, während die vergleichbaren Erlöse stabil blieben.
Parallel beschleunigte der Konzern die Bereinigung seines Filialnetzes. Seit Jahresbeginn wurden 128 Geschäfte geschlossen und 23 eröffnet. Daraus ergibt sich ein Nettoabbau von 105 Standorten.
Damit übertraf Kering sein ursprüngliches Jahresziel von 100 Nettoschließungen bereits vorzeitig. Bis Ende 2026 sollen mindestens 125 Geschäfte netto wegfallen.
Gucci-Neuausrichtung bleibt zentrale Aufgabe
Konzernchef Luca de Meo bezeichnet die Erholung von Gucci als wichtigste Priorität. Verbesserungen bei Produktqualität, Sortiment und Kundenansprache sollen die Marke wieder auf Wachstumskurs bringen.
Gleichzeitig setzt Kering auf Effizienzsteigerungen und eine stärkere Positionierung seiner übrigen Luxusmarken. Für 2026 bestätigt der Konzern das Ziel, seine wiederkehrende operative Marge gegenüber dem Vorjahr zu verbessern.
Zusätzliche Veränderungen betreffen die kreative Führung: Anthony Vaccarello verließ Saint Laurent im Oktober, ebenso Seán McGirr Alexander McQueen. Nachfolger wurden zunächst nicht benannt.
Die Entwicklung zeigt, dass Kering zunehmend von seinen kleineren Marken profitiert. Für eine nachhaltige Erholung des Gesamtkonzerns bleibt jedoch die Stabilisierung von Gucci entscheidend.


