Die italienische Prada Group hat ihren Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 auf 4,541 Milliarden Euro gesteigert. Bei konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Zuwachs von 15 Prozent, während das organische Wachstum vier Prozent erreichte. Im dritten Quartal schwächte sich die bereinigte Geschäftsdynamik allerdings ab. Neben den Marken Prada und Miu Miu trug auch das neu hinzugekommene Modehaus Versace zum Konzernumsatz bei.
Prada Group wächst trotz schwieriger Marktbedingungen
Wie der Luxusgüterkonzern heute mitteilte, stiegen die Nettoerlöse in den ersten neun Monaten um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ohne Veränderungen des Konsolidierungskreises und vergleichbare Sondereffekte lag das organische Wachstum bei vier Prozent.
Im dritten Quartal erreichte das Umsatzplus elf Prozent. Organisch wuchs das Geschäft dagegen lediglich um ein Prozent.
Damit setzte der Konzern seine Expansion fort, verzeichnete jedoch eine deutlich schwächere Entwicklung im bestehenden Geschäft. Das Management verwies auf ein weiterhin anspruchsvolles und schwankungsanfälliges Umfeld für die Luxusbranche.
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Einzelhandelsumsatz erreicht 3,93 Milliarden Euro
Der eigene Einzelhandel erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 3,934 Milliarden Euro. Bei konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Anstieg von elf Prozent.
Organisch legten die Einzelhandelsumsätze um zwei Prozent zu. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Wachstum noch neun Prozent betragen.
Im dritten Quartal blieb der Einzelhandelsumsatz auf vergleichbarer Basis stabil. Nach Unternehmensangaben trugen die Nachfrage nach den Marken und gezielte Maßnahmen in den Geschäften dazu bei, das Umsatzniveau zu halten.
Der stationäre Einzelhandel bleibt damit ein zentraler Vertriebskanal des Konzerns. Gleichzeitig verdeutlicht die Entwicklung, dass das Wachstum im bestehenden Filialgeschäft deutlich an Tempo verloren hat.
Marke Prada entwickelt sich weiterhin positiv
Die Kernmarke Prada erzielte in den ersten neun Monaten ein Wachstum der Einzelhandelsumsätze von zwei Prozent. Auch im dritten Quartal blieb die Entwicklung mit einem Plus von einem Prozent positiv.
Das Unternehmen führte die Widerstandsfähigkeit der Marke unter anderem auf die kreative Ausrichtung und die Weiterentwicklung des Einzelhandels zurück.
In Mailand eröffnete Prada neue Verkaufsflächen in der Galleria Vittorio Emanuele II. Die Standorte sollen die Geschichte des Modehauses mit einer zeitgemäßen Markenpräsentation verbinden.
Konzernchef Andrea Guerra betonte die Bedeutung einer konsequenten Markenführung und einer hohen Qualität im Einzelhandel. Beide Faktoren sollen die Positionierung von Prada im anspruchsvollen Luxussegment unterstützen.
Miu Miu wächst nach außergewöhnlich starkem Vorjahr kaum noch
Die Marke Miu Miu verzeichnete nach neun Monaten ein Umsatzwachstum von einem Prozent. Damit verlangsamte sich die Entwicklung gegenüber dem Vorjahreszeitraum erheblich.
In den ersten neun Monaten 2025 hatte Miu Miu noch ein Wachstum von 41 Prozent erzielt. Die außergewöhnlich hohe Vergleichsbasis erschwert nun weitere deutliche Steigerungen.
Im dritten Quartal belastete insbesondere die Entwicklung im Nahen Osten die Ergebnisse. Ohne diesen regionalen Einfluss blieb das Geschäft nach Konzernangaben weitgehend stabil.
Trotz der nachlassenden Wachstumsdynamik sieht das Management die Marktpositionierung der Marke weiterhin als tragfähig an. Auch die operativen Kennzahlen im Einzelhandel wurden positiv bewertet.
Versace trägt 441 Millionen Euro zum Umsatz bei
Das Modehaus Versace steuerte in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 441 Millionen Euro zum Konzernumsatz bei. Damit leistete die in 2025 übernommene Marke einen wesentlichen Beitrag zum ausgewiesenen Wachstum der Prada Group.
Während die etablierten Marken organisch nur moderat zulegten, unterstützte die Einbeziehung von Versace die Expansion des Konzerns. Im Mittelpunkt steht derzeit die Weiterentwicklung der kreativen und operativen Grundlagen der Marke. Der erste größere kreative Auftritt unter der neuen Ausrichtung ist für 2027 vorgesehen.
Konkrete Angaben zur Profitabilität von Versace oder zu weiteren Integrationskosten machte das Unternehmen in der vorliegenden Umsatzmitteilung nicht.
Amerika bleibt stärkste Wachstumsregion
Regional entwickelte sich das Geschäft in Nord- und Südamerika im dritten Quartal besonders positiv. Die Region erzielte erneut das stärkste Wachstum innerhalb des Konzerns.
Asien-Pazifik und Japan verzeichneten dagegen weitgehend stabile Umsätze. Europa entwickelte sich weiterhin verhalten und blieb damit auf dem Niveau der vorangegangenen Quartale.
Im Nahen Osten verbesserte sich die Geschäftsentwicklung gegenüber dem zweiten Quartal. Dennoch belastete die Region weiterhin die Gesamtperformance, insbesondere bei Miu Miu.
Die regionalen Unterschiede verdeutlichen die Herausforderungen des internationalen Luxusmarktes. Während Amerika die Nachfrage stützte, blieben andere wichtige Absatzmärkte deutlich schwächer.
Prada investiert in Lederwarenproduktion in Italien
Neben der Markenentwicklung setzt die Prada Group auf den Ausbau eigener Fertigungskapazitäten. Zuletzt eröffnete der Konzern eine neue Produktionsstätte im toskanischen Piancastagnaio.
Der vollständig integrierte Standort ist auf die Herstellung von Lederwaren ausgerichtet. Er soll die industrielle Kompetenz des Unternehmens stärken und die Kontrolle über wichtige Produktionsprozesse sichern.
Verwaltungsratschef Patrizio Bertelli hob die Bedeutung handwerklicher Fähigkeiten und langfristiger Investitionen hervor. Die Verbindung von Produktqualität, eigener Fertigung und kreativer Entwicklung bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Konzernstrategie.
Prada rechnet mit anhaltenden Herausforderungen
Für die kommenden Monate erwartet die Prada Group weiterhin ein schwieriges Marktumfeld. Das Management geht davon aus, dass wirtschaftliche Unsicherheiten und schwankende Nachfrage die Luxusbranche weiter beschäftigen werden.
Dennoch will der Konzern an seiner langfristigen Strategie festhalten. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der einzelnen Marken, eine konsequente Einzelhandelssteuerung und der Ausbau industrieller Kompetenzen.
Die Neunmonatszahlen zeigen eine deutliche Differenz zwischen dem ausgewiesenen Konzernwachstum und der Entwicklung des bestehenden Geschäfts. Während die Einbeziehung von Versace den Umsatzanstieg unterstützt, wachsen Prada und Miu Miu organisch nur noch moderat.
Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob sich die Nachfrage in den schwächeren Regionen stabilisiert und die Marken ihre Wachstumsdynamik wieder erhöhen können.


