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Hermès wächst trotz Luxusflaute: Lederwaren legen um zehn Prozent zu

Fenster eines Hermes Stores in London
Foto: Pexels

Key takeaways

➟ Hermès steigert den Neunmonatsumsatz 2026 auf 12,3 Milliarden Euro. Lederwaren sowie Amerika und Japan treiben das Wachstum, während China und einzelne Produktbereiche schwächeln.

Lesezeit ca. 4 Minuten

Der französische Luxusgüterkonzern Hermès hat seinen Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 auf 12,26 Milliarden Euro gesteigert. Währungsbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 5,5 Prozent, während die Erlöse berichtet um 2,9 Prozent zulegten. Besonders Lederwaren sowie die Märkte in Amerika und Japan unterstützten die Entwicklung. Im dritten Quartal erreichte der Konzern einen Umsatz von knapp 4,1 Milliarden Euro.

Quartalsumsatz steigt um 5,5 Prozent

Wie Hermès am 22. Oktober 2026 in Paris mitteilte, belief sich der Umsatz zwischen Juli und September auf 4,096 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem berichteten Anstieg von 5,5 Prozent.

Bei konstanten Wechselkursen lag das Wachstum bei 4,3 Prozent. Damit entwickelte sich das Geschäft trotz eines schwierigen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds weiterhin positiv.

In den ersten neun Monaten belasteten Wechselkursschwankungen die Umsätze mit rund 310 Millionen Euro. Dennoch verzeichnete der Konzern in den meisten Regionen Zuwächse.

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Lederwaren bleiben wichtigster Wachstumstreiber

Das Geschäft mit Lederwaren und Sattlereiprodukten entwickelte sich besonders stark. Der Bereich erzielte in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 5,673 Milliarden Euro.

Währungsbereinigt stiegen die Erlöse um 10,2 Prozent. Im dritten Quartal beschleunigte sich das Wachstum auf 10,8 Prozent, während der Umsatz 1,912 Milliarden Euro erreichte.

Die Nachfrage nach klassischen Taschenmodellen und neuen Kollektionen blieb nach Unternehmensangaben hoch. Zum Sortiment kamen unter anderem die Modelle Double Longe, Besace Attelée und Bride de Jour hinzu.

Mit einem Anteil von rund 46 Prozent am Konzernumsatz bleibt das Lederwarengeschäft die wichtigste Sparte von Hermès.

Hermès erweitert Produktionskapazitäten in Frankreich

Um die Nachfrage nach Lederwaren bedienen zu können, baut Hermès seine Fertigung weiter aus. Im April eröffnete das Unternehmen seine 25. Lederwarenmanufaktur im französischen Loupes.

Weitere Produktionsstätten sind in Charleville-Mézières bis 2027, Colombelles bis 2028 und Les Andelys bis 2030 geplant.

Der Konzern setzt damit weiterhin auf eine weitgehend integrierte Fertigung und den Ausbau handwerklicher Kompetenzen in Frankreich. Die Investitionen sollen zusätzliche Kapazitäten schaffen und die langfristige Entwicklung des Lederwarengeschäfts unterstützen.

Amerika und Japan wachsen zweistellig

Regional verzeichnete Hermès in Nord- und Südamerika die stärkste Entwicklung. Der Neunmonatsumsatz stieg auf 2,376 Milliarden Euro, was einem währungsbereinigten Wachstum von 13,1 Prozent entspricht.

Der Konzern profitierte von einer positiven Nachfrage in zahlreichen Märkten. Neue beziehungsweise modernisierte Geschäfte eröffneten unter anderem in San Diego, Chicago, New York und Rio de Janeiro.

Japan entwickelte sich ebenfalls dynamisch. Bei konstanten Wechselkursen legte der Umsatz um 10,5 Prozent zu, während die berichteten Erlöse aufgrund negativer Währungseffekte leicht auf 1,2 Milliarden Euro zurückgingen.

In Europa außerhalb Frankreichs erreichte Hermès ein währungsbereinigtes Wachstum von neun Prozent. Besonders Südeuropa und Großbritannien unterstützten die Entwicklung.

China bleibt herausfordernder Markt

In der Region Asien-Pazifik ohne Japan stieg der Neunmonatsumsatz auf 5,182 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entsprach dies einem Zuwachs von 1,6 Prozent.

Während Südkorea eine solide Entwicklung zeigte, blieb der Umsatz in Großchina insgesamt stabil. Hermès verwies auf weiterhin schwierige Marktbedingungen.

Im dritten Quartal stagnierte der Umsatz der Region bei konstanten Wechselkursen. Dennoch investierte das Unternehmen weiter in sein Vertriebsnetz, unter anderem durch Neueröffnungen und Erweiterungen in Peking, Hongkong, Taipeh und Chengdu.

Die Region Naher Osten entwickelte sich schwächer. Hier sank der Umsatz in den ersten neun Monaten währungsbereinigt um 4,3 Prozent.

Mode und Accessoires wachsen nur leicht

Der Geschäftsbereich Bekleidung und Accessoires erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 3,340 Milliarden Euro. Bei konstanten Wechselkursen stieg der Umsatz lediglich um 0,6 Prozent.

Im dritten Quartal gingen die Erlöse währungsbereinigt um zwei Prozent zurück. Der Bereich entwickelte sich damit deutlich schwächer als das Lederwarengeschäft.

Positiver verlief die Entwicklung bei Seide und Textilien. Hier erreichte Hermès nach neun Monaten einen Umsatz von 683 Millionen Euro und ein währungsbereinigtes Wachstum von sieben Prozent.

Auch Schmuck und Wohnaccessoires legten zu. Die entsprechenden Hermès-Geschäftsbereiche steigerten ihren Umsatz währungsbereinigt um 3,3 Prozent.

Parfüm und Uhren unter Druck

Das Geschäft mit Parfüm und Kosmetik verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang. Die Erlöse sanken berichtet um 1,5 Prozent auf 361 Millionen Euro.

Währungsbereinigt betrug das Minus 0,7 Prozent. Im dritten Quartal verbesserte sich die Entwicklung allerdings deutlich: Der Umsatz stieg bei konstanten Wechselkursen um 7,5 Prozent auf 128 Millionen Euro.

Neue Duftkreationen und Pflegeprodukte unterstützten das Geschäft. Dazu gehörten Barénia Pleine Fleur sowie eine neue Lippenpflegelinie.

Schwächer entwickelte sich das Uhrensegment. Der Umsatz sank nach neun Monaten währungsbereinigt um 1,9 Prozent auf 393 Millionen Euro.

Hermès setzt auf langfristige Wachstumsstrategie

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten hält Hermès an seinen langfristigen Wachstumszielen fest. Der Konzern erwartet weiterhin eine ambitionierte Umsatzentwicklung bei konstanten Wechselkursen, ohne eine konkrete Wachstumsrate für das Gesamtjahr zu nennen.

Vorstandschef Axel Dumas betonte die Bedeutung des handwerklich geprägten Geschäftsmodells und der langfristigen Unternehmensausrichtung. Auch die Erweiterung des Produktangebots bleibt Bestandteil der Strategie.

Für Januar 2027 kündigte Hermès unter anderem neue kreative Impulse in der Herrenmode und im Couture-Bereich an. Die erste Herrenkollektion von Grace Wales Bonner sowie Couture-Entwürfe von Nadège Vanhée sollen das Angebot erweitern.

Jahreszahlen folgen im Februar 2027

Die vollständigen Geschäftszahlen für 2026 will Hermès am 12. Februar 2027 veröffentlichen. Dann wird sich zeigen, wie sich das Wachstum im wichtigen Schlussquartal entwickelt hat.

Die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des Luxusmarktes. Während Lederwaren und die amerikanischen Märkte kräftig wachsen, bleiben China sowie einzelne Produktkategorien herausfordernd.

Mit seiner starken Position im Lederwarensegment und dem weiteren Ausbau eigener Produktionskapazitäten setzt Hermès auf eine langfristige Fortsetzung seines Wachstumskurses.

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