Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 22,76 Milliarden Schweizer Franken erzielt. Das organische Wachstum erreichte vier Prozent, während sich die mengen- und mixbedingte Umsatzentwicklung deutlich verbesserte. Besonders Tiernahrung, Lebensmittel und Premiumgetränke trugen zum Aufschwung bei. Nach neun Monaten blieb der ausgewiesene Konzernumsatz aufgrund negativer Wechselkurseffekte dennoch nahezu unverändert.
Nestlé erzielt 65,9 Milliarden Franken Umsatz
Wie Nestlé am 22. Oktober 2026 in Vevey mitteilte, belief sich der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten auf 65,865 Milliarden Franken. Damit lag er praktisch auf dem Niveau des Vorjahres.
Organisch wuchs das Geschäft dagegen um 3,7 Prozent. Davon entfielen 1,9 Prozentpunkte auf das interne Realwachstum (RIG), das Absatz- und Mixeffekte berücksichtigt, und 1,8 Prozentpunkte auf Preisanpassungen.
Wechselkursschwankungen schmälerten die Umsatzentwicklung um 3,7 Prozentpunkte. Im dritten Quartal verbesserte sich das interne Realwachstum auf 2,8 Prozent, während Preiserhöhungen noch 1,1 Prozentpunkte beitrugen.
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Tiernahrung und Lebensmittel treiben Wachstum
Im dritten Quartal entwickelte sich das Geschäft mit Heimtiernahrung besonders positiv. Der Umsatz erreichte 4,659 Milliarden Franken und stieg organisch um 5,3 Prozent.
Das interne Realwachstum betrug 4,3 Prozent. Vor allem Katzenfutter sowie Marken wie Purina Pro Plan und ONE unterstützten die Entwicklung.
Auch Lebensmittel und Snacks legten deutlich zu. Der Bereich erwirtschaftete 6,469 Milliarden Franken und wuchs organisch um fünf Prozent.
Zu den wichtigsten Wachstumstreibern gehörten Maggi, Milo und KitKat. In Nord- und Südamerika profitierte Nestlé zudem von einer verbesserten Entwicklung bei Tiefkühlprodukten.
Kaffeegeschäft wächst um 3,4 Prozent
Der Kaffeebereich erzielte im dritten Quartal 6,155 Milliarden Franken Umsatz. Das organische Wachstum lag bei 3,4 Prozent und wurde stärker durch höhere Absatzmengen und Produktmix unterstützt als zuvor.
Preisanpassungen steuerten zwei Prozentpunkte zum Wachstum bei. Das interne Realwachstum erreichte 1,3 Prozent.
In den USA erholte sich die Nachfrage schrittweise von den Auswirkungen früherer Preiserhöhungen. Besonders Nescafé, Starbucks und Coffee mate trugen zur Verbesserung bei.
Nespresso erwirtschaftete im Quartal 1,593 Milliarden Franken. Das organische Wachstum betrug 2,5 Prozent, wobei das Vertuo-System weiterhin die wichtigste Wachstumsplattform blieb.
Wasser und Premiumgetränke wachsen zweistellig
Besonders dynamisch entwickelte sich Nestlé Waters & Premium Beverages. Der Geschäftsbereich steigerte seinen Quartalsumsatz auf 1,033 Milliarden Franken.
Das organische Wachstum erreichte 12,3 Prozent. Davon entfielen 7,3 Prozentpunkte auf das interne Realwachstum und fünf Prozentpunkte auf höhere Preise.
Die Nachfrage nach internationalen Marken und neuen Premiumgetränken blieb hoch. Zu den Wachstumstreibern gehörten Sanpellegrino und Maison Perrier.
In Europa profitierte das Geschäft zusätzlich von günstigen Wetterbedingungen. Sowohl der Einzelhandel als auch der Außer-Haus-Vertrieb verzeichneten deutliche Zuwächse.
Asien, Ozeanien und Afrika wachsen besonders stark
Regional erzielte Nestlé in Asien, Ozeanien und Afrika das höchste organische Quartalswachstum. Die Erlöse stiegen auf 5,340 Milliarden Franken, bei einem organischen Plus von 6,4 Prozent.
Das interne Realwachstum erreichte fünf Prozent. Besonders Indien entwickelte sich mit einem organischen Zuwachs von 20 Prozent dynamisch.
In Nord- und Südamerika wuchs Nestlé organisch um 3,3 Prozent auf 10,088 Milliarden Franken. Die Nachfrage verbesserte sich insbesondere in den USA und Kanada.
Europa blieb mit einem organischen Wachstum von 1,2 Prozent zurückhaltender. Der Quartalsumsatz lag bei 4,680 Milliarden Franken, wobei das interne Realwachstum nach einem schwächeren zweiten Quartal wieder anzog.
Deutschland blieb nach Konzernangaben ein schwieriger Markt. Gegenüber dem Vorquartal zeigte sich allerdings eine Verbesserung.
Babynahrungsrückruf belastet Ernährungsgeschäft
Im Bereich Nutrition blieb die Entwicklung verhalten. Der Quartalsumsatz erreichte 4,440 Milliarden Franken, während das organische Wachstum lediglich 0,3 Prozent betrug.
Das interne Realwachstum war mit minus 1,1 Prozent rückläufig. Belastend wirkten unter anderem die Folgen eines Rückrufs von Säuglingsnahrung.
Nach Unternehmensangaben verringerte dieser Rückruf das organische Konzernwachstum im dritten Quartal um 0,2 Prozentpunkte. Positiv entwickelte sich dagegen die medizinische Ernährung.
Onlinehandel gewinnt weiter an Bedeutung
Der digitale Vertrieb bleibt ein wichtiger Wachstumskanal für Nestlé. Im dritten Quartal stieg der E-Commerce-Umsatz organisch um 15,3 Prozent.
In den ersten neun Monaten entfielen bereits 21,6 Prozent des Konzernumsatzes auf den Onlinehandel. Damit wächst dieser Vertriebskanal deutlich schneller als das Gesamtgeschäft.
Im klassischen Einzelhandel erreichte das organische Quartalswachstum 3,9 Prozent. Das Außer-Haus-Geschäft legte um 4,8 Prozent zu.
Nestlé verkauft Nahrungsergänzungsgeschäft
Im September vereinbarte Nestlé den Verkauf seines Geschäfts mit Nahrungsergänzungsmitteln für den Massenmarkt an Yellow Wood Partners. Der Kaufpreis beträgt eine Milliarde US-Dollar.
Zum Verkaufspaket gehören sieben Marken, darunter Nature’s Bounty, Osteo Bi-Flex und Ester-C. Hinzu kommen zugehörige Produktions-, Verpackungs- und Vertriebsaktivitäten.
Der Geschäftsbereich erzielte 2025 einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen bis zur ersten Jahreshälfte 2027 erwartet.
Russland-Geschäft wird nicht mehr konsolidiert
Nestlé hat seine Aktivitäten in Russland Ende September 2026 aus der Konzernkonsolidierung herausgenommen. Hintergrund ist die vorübergehende externe Verwaltung des Geschäfts aufgrund eines russischen Präsidialdekrets.
Der Konzern bleibt rechtlicher Eigentümer der Vermögenswerte, verfügt nach eigenen Angaben jedoch nicht mehr über die operative Kontrolle. Deshalb wird das Russland-Geschäft nicht länger in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Maßnahme hat keine Auswirkungen auf die ausgewiesenen Umsätze der ersten neun Monate. Für das Gesamtjahr erwartet Nestlé begrenzte Auswirkungen auf das bereinigte operative Ergebnis.
Nestlé bestätigt Jahresprognose
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Nestlé weiterhin ein organisches Umsatzwachstum zwischen drei und vier Prozent. Gleichzeitig soll sich das interne Realwachstum gegenüber 2025 beschleunigen.
Die bereinigte operative Handelsmarge soll über dem Vorjahresniveau liegen. Beim freien Cashflow rechnet der Konzern mit mehr als neun Milliarden Franken.
Die Quartalszahlen zeigen eine zunehmende Verbesserung der Absatzentwicklung. Entscheidend für die kommenden Monate bleibt, ob Nestlé das mengengetriebene Wachstum trotz des schwierigen Konsumumfelds und des anhaltenden Wettbewerbs fortsetzen kann.



