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Hellweg-Insolvenz: Hornbach darf sechs Standorte übernehmen

Schild von Hellweg Baumarkt
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

➟ Hornbach darf sechs Baumärkte der insolventen Hellweg-Gruppe übernehmen. Das Bundeskartellamt hat die Transaktion genehmigt. Zusammen mit sieben Bauhaus-Standorten umfasst die im Oktober genehmigte Neuordnung bereits 13 Märkte.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die Hornbach Baumarkt AG darf sechs Standorte der insolventen Hellweg-Gruppe übernehmen. Das Bundeskartellamt hat den geplanten Erwerb heute im Vorprüfverfahren freigegeben. Nach Einschätzung der Wettbewerbsbehörde bestehen in den betroffenen Regionen ausreichend alternative Einkaufsmöglichkeiten. Bereits Anfang Oktober hatte die Behörde eine weitere Übernahme von sieben Hellweg- und BayWa-Baumärkten durch Bauhaus genehmigt.

Bundeskartellamt genehmigt Übernahme durch Hornbach

Die Entscheidung betrifft sechs bisherige Standorte der Hellweg Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG beziehungsweise der BayWa Bau- und Gartenmärkte GmbH & Co. KG. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Dortmund und gehören zur insolventen Hellweg-Gruppe.

Nach Prüfung der regionalen Wettbewerbsverhältnisse sieht das Bundeskartellamt keine wesentlichen Bedenken gegen den Zusammenschluss. Verbraucher können demnach in allen betroffenen Einzugsgebieten weiterhin auf andere Bau- und Fachmärkte ausweichen.

Die Freigabe erfolgte bereits im Vorprüfverfahren. Eine vertiefte fusionskontrollrechtliche Untersuchung war damit nicht erforderlich.

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Diese sechs Baumärkte gehen an Hornbach

Die genehmigte Transaktion umfasst Standorte in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen und Berlin. Konkret handelt es sich um folgende Märkte:

  • Dortmund-Kley
  • Essen-Borbeck
  • Ahrensfelde
  • Freiberg
  • Augustin
  • Berlin-Köpenick

Mit der Übernahme kann Hornbach sein deutsches Filialnetz gezielt erweitern. Der Baumarktbetreiber verfügt hierzulande bereits über rund 100 Standorte und ist darüber hinaus in mehreren europäischen Ländern vertreten.

Die kartellrechtliche Genehmigung schafft die Voraussetzung für die Umsetzung der Transaktion. Angaben zu Kaufpreisen oder konkreten Wiedereröffnungsterminen enthält die Mitteilung nicht.

Hellweg-Insolvenz führt zur Neuverteilung von Standorten

Die Hellweg-Gruppe betrieb zuletzt insgesamt 113 Bau- und Gartenmärkte unter den Marken Hellweg und BayWa Bau & Garten. Regionale Schwerpunkte bildeten das Rhein-Ruhr-Gebiet, der Großraum Berlin und Süddeutschland.

Im Juni 2026 wurde für das Unternehmen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Seither stehen die Restrukturierung und die Zukunft einzelner Märkte im Mittelpunkt.

Die nun genehmigte Übernahme durch Hornbach ist Teil dieser Entwicklung. Mehrere Standorte der bisherigen Hellweg-Gruppe wechseln damit zu anderen großen Baumarktbetreibern.

Bauhaus übernimmt weitere sieben Märkte

Bereits Anfang Oktober hatte das Bundeskartellamt eine Übernahme von Hellweg- und BayWa-Standorten durch Bauhaus freigegeben. Die damalige Prüfung umfasste acht mögliche Standorte, tatsächlich übernimmt Bauhaus jedoch sieben Märkte.

Zum Übernahmepaket gehören die Hellweg-Standorte Beckum, Dahlwitz-Hoppegarten, Dortmund-Hacheney, Essen-Rellinghausen, Iserlohn und Potsdam. Hinzu kommt der BayWa Bau & Garten-Markt in Backnang.

Die Transaktion umfasst die jeweiligen Mietverträge. Auch hier kam die Wettbewerbsbehörde zu dem Ergebnis, dass in den betroffenen Regionen ausreichend Wettbewerb bestehen bleibt.

Zusammen betreffen die beiden Übernahmevorhaben damit 13 bisherige Hellweg- beziehungsweise BayWa-Standorte.

Einzugsgebiete wurden anhand von Kundendaten untersucht

Für die Prüfung der Hornbach-Übernahme untersuchte das Bundeskartellamt die tatsächlichen Einkaufsgewohnheiten der Baumarktkunden. Grundlage waren unter anderem Kundenkartendaten und Befragungen.

Dabei zeigte sich, dass die Einzugsgebiete einzelner Märkte erheblich voneinander abweichen können. Entscheidend sind beispielsweise die Verkaufsflächengröße, die Bevölkerungsdichte und die Verkehrsanbindung.

Die Behörde verzichtete deshalb auf eine pauschale Abgrenzung anhand fester Entfernungsradien. Stattdessen wurden die Wettbewerbsverhältnisse für die jeweiligen Standorte individuell bewertet.

Nach Auffassung des Bundeskartellamtes bestehen in allen sechs untersuchten Regionen genügend alternative Anbieter. Eine erhebliche Einschränkung der Auswahlmöglichkeiten für Verbraucher wird daher nicht erwartet.

Baumarktbranche setzt Konsolidierung fort

Die Insolvenz von Hellweg verändert die Wettbewerbsstruktur im deutschen Baumarkthandel. Mit Hornbach und Bauhaus übernehmen zwei etablierte Marktteilnehmer einen Teil des bisherigen Filialnetzes.

Für die Unternehmen bieten bestehende Standorte die Möglichkeit, ihre regionale Präsenz auszubauen. Gleichzeitig können die Übernahmen dazu beitragen, bisherige Verkaufsflächen im Baumarktsegment weiterzuführen.

Welche Auswirkungen die Transaktionen auf Beschäftigte, Sortimente und die konkrete Gestaltung der Märkte haben werden, geht aus den kartellrechtlichen Entscheidungen nicht hervor.

Fest steht jedoch, dass die Neuordnung der Hellweg-Standorte voranschreitet. Mit den Freigaben für Hornbach und Bauhaus sind insgesamt 13 Märkte Gegenstand genehmigter Übernahmevorhaben.

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