Das seit letztem Jahr börsennotierte Klarna hat im Schlussquartal 2025 einen deutlichen Wachstumsschub verzeichnet und erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Dollar (rund 930 Millionen Euro) in einem Quartal überschritten. Der Zahlungs- und Digitalbankanbieter meldet für den Zeitraum ein GMV von 38,7 Milliarden Dollar (rund 35 Milliarden Euro), womit die obere Grenze der eigenen Prognose übertroffen wurde. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 1,082 Milliarden Dollar (rund 1 Milliarde Euro). Besonders stark trug das Geschäft in den USA zum Ergebnis bei.
Klarna gewinnt Banking-Kunden in großem Stil
Der strategische Wandel vom Zahlungsdienstleister zur globalen Digitalbank zeigt Wirkung. Die Zahl der Banking-Kunden – also Nutzer, die Leistungen wie die Klarna Card, Fair Financing oder Sparfunktionen aktiv verwenden – hat sich innerhalb eines Jahres auf 15,8 Millionen verdoppelt. Diese Kundengruppe erweist sich als besonders wertvoll: Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer liegt laut Klarna bei 107 Dollar (rund 99 Euro), während der Durchschnittskunde auf 30 Dollar (rund 28 Euro) kommt. Die Zahl aktiver Klarna-Card-Nutzer stieg auf 4,2 Millionen und damit um 1,9 Millionen innerhalb eines Quartals.
Für zusätzlichen Schub sorgt das Produkt Fair Financing. Dessen GMV legte im Jahresvergleich um 165 Prozent zu und erreichte im Dezember sogar ein Wachstum von 193 Prozent. Klarna sieht sich damit als Gewinner im Wettbewerb mit klassischen revolvierenden Kreditkarten, von denen sich Konsumenten zunehmend abwenden.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
US-Geschäft bleibt Wachstumstreiber
Besonders dynamisch entwickelt sich weiterhin der US-Markt. Klarna steigerte dort den Umsatz um 58 Prozent im Jahresvergleich, nachdem im Vorquartal ein Plus von 51 Prozent erreicht worden war. Mittlerweile nutzen 29 Millionen Menschen in den USA Klarna, was elf Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Weltweit zählt das Unternehmen 118 Millionen aktive Nutzer sowie 966.000 angeschlossene Händler – davon 115.000 neue Partner allein im vierten Quartal.
Auch die Risikokennzahlen verbesserten sich: Die Kreditverlustquote sank von 0,72 Prozent im dritten Quartal auf 0,65 Prozent im vierten Quartal. Klarna verweist auf jahrzehntelang verfeinerte Underwriting-Modelle, die auf einem Gesamtvolumen von rund 500 Milliarden Dollar (etwa 460 Milliarden Euro) aufbauen.
Kosteneffizienz durch KI gestiegen
Die operative Entwicklung profitiert außerdem stark von KI-gestützten Effizienzmaßnahmen. Trotz eines Umsatzwachstums von 104 Prozent seit Ende 2022 sind die operativen Kosten in diesem Zeitraum um acht Prozent gesunken. Der Umsatz pro Mitarbeiter liegt inzwischen bei 1,24 Millionen Dollar (rund 1,14 Millionen Euro) und hat sich seit 2022 mehr als verdreifacht. Gleichzeitig sank die weltweite Belegschaft um nahezu die Hälfte.
Klarna will seinen vollständigen Jahresabschluss am 26. Februar veröffentlichen. Die aktuellen Zahlen unterstreichen jedoch bereits jetzt den deutlichen Fortschritt der Strategie, Kunden über Payments zu gewinnen und anschließend in die eigenen Banking-Services zu führen.


