Klarna baut sein kostenpflichtiges Mitgliedschaftsmodell umfassend aus. Der Zahlungsdienstleister erhöht die Cashback-Raten, erweitert die enthaltenen Abonnements und schafft bestimmte Servicegebühren ab. Je nach Tarif beziffert das Unternehmen den möglichen jährlichen Wert der enthaltenen Leistungen auf bis zu 6.000 Euro.
Das neue Angebot umfasst vier kostenpflichtige Stufen: Everywhere, Plus, Premium und Max. Die monatlichen Preise reichen von 4,99 bis 44,99 Euro. Anders als bei langfristig gebundenen Abonnements sollen Kunden ihre Mitgliedschaft flexibel wechseln können. Die Einführung erfolgt in den kommenden Wochen schrittweise unter anderem in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und den nordischen Märkten.
Cashback steigt mit der Tarifstufe
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Rückvergütungen. Ab Klarna Plus erhalten Mitglieder Cashback auf sämtliche mit Klarna bezahlten Einkäufe. Im Plus-Tarif beträgt die Rate 0,5 Prozent, bei Premium ein Prozent und bei Max 1,5 Prozent.
Zusätzlich erhöht Klarna die Rückvergütungen bei ausgewählten Händlern innerhalb seiner App. Plus-Mitglieder erhalten dort den doppelten, Premium-Kunden den dreifachen und Max-Nutzer den vierfachen Basis-Cashback. Gesammelte Punkte können zudem in verschiedene Bonusprogramme von Fluggesellschaften und Hotelketten übertragen werden.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Tarife kosten zwischen 4,99 und 44,99 Euro
Klarna Everywhere kostet monatlich 4,99 Euro und ersetzt den bisherigen Core-Tarif. Mitglieder können Klarna vorbehaltlich einer Kreditprüfung überall dort ohne zusätzliche Servicegebühren einsetzen, wo Visa akzeptiert wird. Zum Paket gehören unter anderem eine physische Klarna-Kreditkarte, eine virtuelle Einmalkarte sowie ausgewählte Rabatte.
Für 9,99 Euro monatlich ergänzt Klarna Plus das Angebot um Cashback, Einkaufsschutz, eine 30-tägige Bestpreisgarantie und zusätzliche Reiseleistungen. Hinzu kommen ausgewählte digitale Dienste und ein um 0,1 Prozentpunkte erhöhter Sparzins gegenüber dem jeweiligen Klarna-Standardsatz.
Premium kostet 19,99 Euro pro Monat. Enthalten sind bis zu zwölf digitale Abonnements, ein Prozent Cashback, erweiterter Einkaufsschutz, eine verlängerte Garantie, Reise- und Mietwagenversicherung sowie eine Metallkarte. Beim Sparzins beträgt der Aufschlag 0,2 Prozentpunkte.
Max bündelt bis zu 23 Abonnements
Mit monatlich 44,99 Euro bildet Max die höchste Tarifstufe. Mitglieder erhalten 1,5 Prozent Cashback auf Klarna-Zahlungen und können bis zu 23 digitale Abonnements nutzen. Genannt werden unter anderem NordVPN, Headspace, The New York Times, Blinkist sowie verschiedene Angebote von Condé Nast.
Zum Paket gehören außerdem unbegrenzter Zugang zu Flughafen-Lounges, fünf Gigabyte Reise-Daten, ein höherer Status bei der Global Hotel Alliance und eine Metallkarte. Bei nicht erstattungsfähigen Reisen und Veranstaltungen sieht Klarna unter bestimmten Voraussetzungen eine Erstattung von 70 Prozent vor, wenn mindestens 24 Stunden vorher storniert wird. Einzelne Leistungen unterscheiden sich je nach Land.
Klarna positioniert Abos als Alternative zu Kreditkarten
Mit dem Ausbau rückt Klarna sein Geschäftsmodell stärker in Richtung klassischer Finanz- und Kreditkartenangebote. Neben flexiblen Zahlungsoptionen bündelt das Unternehmen zunehmend Cashback, Versicherungen, Reisevorteile, digitale Abonnements und Sparprodukte innerhalb einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft.
Auch ohne Mitgliedschaft bleiben verschiedene Klarna-Dienste verfügbar. Dazu gehören je nach Verfügbarkeit Zahlungsoptionen beim Checkout, die Klarna Balance und die Karte im Debitmodus sowie App-Funktionen wie Lieferverfolgung, Wunschlisten und Preisbenachrichtigungen. Cashback bei ausgewählten App-Händlern soll ebenfalls weiterhin ohne kostenpflichtiges Abonnement möglich sein.
Einführung startet in mehreren europäischen Märkten
Neukunden können Everywhere oder Plus im ersten Monat für 0,99 Euro testen. Für Premium und Max gewährt Klarna nach eigenen Angaben einen Rabatt von 30 Prozent auf die ersten drei Monate. Weitere Märkte sollen nach dem zunächst angekündigten europäischen Rollout folgen.
Mit der Neugestaltung versucht Klarna, häufiger genutzte Zahlungsdienste mit wiederkehrenden Mitgliedschaftserlösen zu verbinden. Ob sich der von Klarna beworbene Gegenwert von bis zu 6.000 Euro tatsächlich realisieren lässt, hängt dabei stark von Tarif, Markt und individueller Nutzung der enthaltenen Leistungen ab.





