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Lebensmittel bleiben stationär: Onlinehandel dient vor allem als Ergänzung

Ernaehrung LEH Lebensmittel
Foto: Kaboompics / Pexels

Key takeaways

Frische selbst auswählen und zusätzliche Lieferkosten vermeiden: Viele Verbraucher bevorzugen beim Lebensmitteleinkauf weiterhin die Filiale. Digitale Angebote überzeugen dagegen bei Vorräten, schweren Produkten sowie beim Sparen und Planen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der stationäre Handel bleibt beim Lebensmittelkauf klar die erste Wahl. 71 Prozent der Verbraucher haben in den vergangenen sechs Monaten keinen Online-Lebensmitteldienst genutzt. Das zeigt der „Trend Check Handel Vol. 17“ des ECC KÖLN, für den im Juli 2026 insgesamt 500 Konsumenten befragt wurden.

Vor allem der Wunsch nach eigener Auswahl frischer Lebensmittel und zusätzliche Kosten bremsen die Nutzung. 54 Prozent der Nichtnutzer möchten frische Produkte vor dem Kauf sehen, anfassen oder riechen. 67 Prozent betrachten Liefergebühren und Mindestbestellwerte als unnötige Mehrkosten.

Jüngere Verbraucher sind offener für Onlineangebote

Die grundsätzliche Bereitschaft zum Wechsel in den Onlinekanal bleibt gering. Nur 17 Prozent der bisherigen Nichtnutzer können sich vorstellen, künftig Lebensmittel im Internet zu bestellen. Unter den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil mit 29 Prozent höher.

Auch die Vorbehalte sind in dieser Altersgruppe schwächer ausgeprägt. Lediglich 39 Prozent der jüngeren Befragten nennen die persönliche Begutachtung frischer Ware als Hindernis, während 52 Prozent Liefergebühren und Mindestbestellwerte kritisch sehen.

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Onlinehandel punktet bei Vorräten und Getränkekisten

Bestehende Nutzer setzen Onlineangebote überwiegend ergänzend zum Filialbesuch ein und bestellen mehrheitlich ungefähr einmal im Monat. Als wichtigste Vorteile nennen sie Zeitersparnis mit 55 Prozent, den Wegfall schwerer Einkaufstüten und Getränkekisten mit 53 Prozent sowie die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten mit 43 Prozent.

Entsprechend dominieren Produkte, bei denen die persönliche Begutachtung weniger wichtig ist. 69 Prozent kaufen haltbare Lebensmittel online, 66 Prozent Drogerie- und Kosmetikprodukte und 58 Prozent schwere oder sperrige Waren. 36 Prozent nutzen den Kanal gezielt für Vorratseinkäufe.

Kostenlose Lieferung könnte Nutzung erhöhen

Der stärkste Anreiz für bisherige Nichtnutzer wäre eine kostenlose Lieferung ohne Mindestbestellwert. 47 Prozent nennen dieses Angebot als möglichen Grund für einen Onlinekauf, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 54 Prozent.

Eine Garantie für günstigere Preise als im Geschäft wäre für 40 Prozent interessant. Dennoch bleiben die Grenzen deutlich: 31 Prozent der Nichtnutzer erklären, dass keines der abgefragten Angebote sie zu einer Lebensmittelbestellung im Internet bewegen würde.

Digitale Services funktionieren auch rund um die Filiale

Deutlich größer ist das Interesse an digitalen Angeboten, die beim Sparen und bei der Einkaufsplanung helfen. 75 Prozent vergleichen beim Lebensmittelkauf verstärkt Preise, 56 Prozent verzichten gezielt auf teure Marken und 54 Prozent reduzieren spontane Käufe.

70 Prozent wünschen sich eine Händler-App mit exklusiven Rabatten, 65 Prozent interessieren sich für personalisierte Coupons und 66 Prozent für kostenloses Kunden-WLAN. Digitale Funktionen können damit auch für Händler relevant sein, deren Lebensmittelgeschäft überwiegend stationär bleibt.

KI überzeugt vor allem mit konkretem Nutzen

Auch künstliche Intelligenz stößt auf Interesse, wenn sie einen unmittelbar erkennbaren Mehrwert bietet. 43 Prozent der Befragten können sich beispielsweise KI-basierte Empfehlungen für gesündere Produktalternativen vorstellen.

Eine vollständig automatisierte Einkaufswelt findet dagegen weniger Zustimmung. Die Ergebnisse sprechen damit eher für eine Verbindung von stationärem Lebensmittelhandel und digitalen Services als für eine kurzfristige Verlagerung des Einkaufs ins Internet.

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