Die weltweiten M&A-Aktivitäten im Transport- und Logistiksektor haben 2025 erstmals seit drei Jahren wieder die Marke von 200 Transaktionen überschritten. Insgesamt wurden laut PwC 207 Deals mit einem Einzelwert von mindestens 50 Millionen US-Dollar angekündigt – acht mehr als im Vorjahr. Der Gesamtwert der Transaktionen stieg dabei deutlich auf rund 171 Milliarden US-Dollar (rund 158 Mrd. Euro), was vor allem an 21 sogenannten Mega-Deals lag. Allein die geplante Fusion der US-Bahngesellschaften Norfolk Southern und Union Pacific mit einem Volumen von 70 Milliarden US-Dollar (rund 64 Mrd. Euro) machte mehr als 40 Prozent des Gesamtvolumens aus.
PwC analysiert diese Entwicklungen im aktuellen „Transport & Logistics Barometer“, das gemeinsam mit der Strategieberatung Strategy& erstellt wurde. Auffällig: Während klassische Fusionen und Übernahmen leicht zulegten, verdoppelte sich die Zahl strategischer Allianzen und Joint Ventures nahezu.
Infrastruktur bleibt stark gefragt
Ein erheblicher Teil der Investitionen floss in Infrastrukturprojekte. Deals im Bereich Häfen, Flughäfen und Straßen summierten sich auf über 50 Milliarden US-Dollar (rund 46 Mrd. Euro). Besonders aktiv waren Finanzinvestoren, die an fast der Hälfte aller Infrastrukturdeals beteiligt waren und rund drei Viertel des Volumens verantworteten.
PwC-Experte Ingo Bauer beobachtet dabei ein selektives Investitionsverhalten: „Investoren fokussieren sich aktuell auf risikoarme, langfristig stabile Assets. Besonders die Transportinfrastruktur bietet hier attraktive Möglichkeiten.“
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Unsicherheiten durch Handelspolitik und geopolitische Spannungen
Ein dämpfender Faktor bleibt die instabile geopolitische Lage, insbesondere die unvorhersehbare Handels- und Zollpolitik der USA. Diese führte dazu, dass Unternehmen ihre Lieferketten strategisch anpassten – etwa durch geänderte Transportrouten, Near-Shoring oder Vertragsklauseln zur Zollkostenabsicherung.
Burkhard Sommer, Leiter des Maritimen Kompetenzzentrums bei PwC Deutschland, betont die operative Relevanz: „Die Unternehmen reagieren flexibel auf politische Risiken und justieren ihre Beschaffungsstrategien konsequent.“
Digitalisierung als Wachstumstreiber für Partnerschaften
Die Zahl der Joint Ventures und strategischen Allianzen wuchs 2025 auf 193 – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Hauptgrund ist laut PwC der digitale Transformationsdruck. Unternehmen kooperieren verstärkt, um Zugang zu Technologien wie Künstlicher Intelligenz und Cloud-Infrastruktur zu erhalten.
„Digitalisierung ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit“, sagt Strategy&-Direktor Sebastian Pieper. Dabei fungieren Akquisitionen oder Beteiligungen als Mittel zur Kompetenzgewinnung und Effizienzsteigerung.
Ausblick: Digitalisierung und Infrastruktur im Fokus
Für 2026 erwartet PwC eine eher moderate Fortsetzung der M&A-Aktivitäten. Grund dafür sind geopolitische Unsicherheiten und eine angespannte Weltwirtschaft. Dennoch bleibt strategisches Wachstum über Fusionen für viele Unternehmen alternativlos.
„Organisches Wachstum ist schwierig. Daher bleiben strategische Deals und digitale Partnerschaften ein zentraler Hebel zur Transformation“, so Ingo Bauer. Besonders digitale Lösungen und robuste Netzwerke werden in Zukunft entscheidend sein.


