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Wirtschaftliche Kriegsresilienz: Kaum Notfallpläne bei Firmen

Kleiner Panzer und Kampfjet neben Euro Geldscheinen
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Laut IW-Studie fehlt es deutschen Unternehmen an Notfallplänen für Infrastrukturausfälle und Lieferketten im Kriegsfall. Während Cybergefahren vielfach adressiert werden, sind physische Vorsorgemaßnahmen selten. Das Institut fordert mehr Verantwortung der Wirtschaft für die gesamtgesellschaftliche Verteidigungsfähigkeit.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Viele Unternehmen in Deutschland sind nur unzureichend auf eine mögliche Verschärfung der sicherheitspolitischen Lage vorbereitet. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), das Unternehmen zu Notfall- und Krisenplänen im Kontext eines potenziellen militärischen Konflikts befragt hat. Besonders bei physischen Infrastrukturausfällen und der Absicherung von Lieferketten bestehen erhebliche Defizite.

Schwächen bei Versorgung, Personal und Behördenkontakt

Nur etwa jedes vierte Unternehmen hat laut IW-Studie konkrete Maßnahmen gegen mögliche Infrastrukturausfälle getroffen. Weitere 17 Prozent planen entsprechende Schritte. Noch schlechter sieht es bei der Vorbereitung auf Personalausfälle aus, etwa im Fall der Einziehung von Reservisten: Hier zeigen lediglich fünf Prozent der befragten Unternehmen eine aktive Vorsorge.

Auch in der Zusammenarbeit mit staatlichen Sicherheitsbehörden herrscht Zurückhaltung: Nur rund zehn Prozent der Firmen stehen in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Stellen, weitere vier Prozent planen dies.

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Deutlich höhere Sensibilität bei Cyberrisiken

Anders stellt sich die Lage beim Schutz vor digitalen Bedrohungen dar. Hier zeigen sich die Unternehmen deutlich besser gerüstet: 86 Prozent aller Firmen – und sogar 97 Prozent der Großunternehmen – haben Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen umgesetzt. Zudem bereitet sich bereits mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen auf hybride Bedrohungen wie Desinformation, Sabotage oder Spionage vor.

Zwar sind zusätzliche Schritte in allen abgefragten Bereichen geplant, doch die Lücke zwischen digitaler und physischer Vorsorge bleibt groß. Vor allem die geringe Absicherung globaler Lieferketten – bislang nur bei jedem fünften Unternehmen ein Thema – birgt erhebliche Risiken im Ernstfall.

IW fordert stärkere Einbindung der Wirtschaft

Für das IW ist klar: Die Wirtschaft ist ein entscheidender Bestandteil der nationalen Sicherheitsarchitektur. „In den Konflikten von heute gerät die zivile Wirtschaft immer stärker ins Fadenkreuz feindlicher Mächte“, warnt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt. Damit Abschreckung wirksam sei, müsse auch die Wirtschaft vorbereitet sein – etwa durch Notfallpläne und eine intensivere Kommunikation mit Militär, Behörden und Hilfsorganisationen.

Letztlich sei Landesverteidigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ohne robuste und krisenfeste Unternehmen könne die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands nicht vollumfänglich gewährleistet werden.

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