Meta, das erst diese Woche das KI-Wearable-Startup Limitless übernommen hat, will offenbar die Markteinführung seiner geplanten Mixed-Reality-Brille mit dem Codenamen „Phoenix“ verschieben. Statt wie zunächst vorgesehen in der zweiten Hälfte 2026 soll das neue Gerät nun in der ersten Jahreshälfte 2027 auf den Markt kommen. Laut einem Bericht von Business Insider wurde die Verzögerung durch interne Memos und Aussagen von Meta-CEO Mark Zuckerberg bestätigt, der eine nachhaltige Produktstrategie priorisieren möchte.
Die Brille soll sich deutlich von bisherigen Meta-Geräten wie der Quest-Serie oder den Ray-Ban Smart Glasses unterscheiden. Statt einfacher AR-Elemente zielt Phoenix offenbar auf ein vollwertiges Mixed-Reality-Erlebnis ab, vergleichbar mit der Apple Vision Pro. Erwartet wird ein Design mit externem Energiepack, das eine höhere Rechenleistung ermöglichen soll. Damit könnte Meta den Sprung aus der Nische der Gaming-orientierten VR-Geräte hin zu alltagstauglichen Mixed-Reality-Anwendungen wagen.
Strategiewechsel im Metaverse-Geschäft
Internen Quellen zufolge forderte Zuckerberg nach Gesprächen mit dem verantwortlichen XR-Team eine verlängerte Entwicklungszeit, um nicht nur ein marktfähiges, sondern auch ein qualitativ herausragendes Produkt liefern zu können. Damit setzt Meta eine neue Priorität: Nicht mehr Geschwindigkeit, sondern Nachhaltigkeit und Nutzererlebnis stehen im Vordergrund.
Diese Verschiebung reiht sich in eine breitere strategische Kurskorrektur des Konzerns ein. Nach hohen Investitionen in Metas Metaverse-Sparte und wachsendem Druck von Investoren muss das Unternehmen zeigen, dass sich diese Initiativen langfristig rechnen. Die Phoenix-Brille gilt dabei als Schlüsselprodukt für die Zukunft der XR-Sparte – und Meta will offenbar vermeiden, mit halbfertiger Technik zu enttäuschen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Konkurrenz, Marktpotenzial und offene Fragen
Der Markt für Mixed-Reality-Geräte wird zunehmend umkämpft. Neben Apple drängen auch Hersteller wie Samsung, Magic Leap und kleinere Start-ups in das Feld. Meta befindet sich daher in einem Spannungsfeld zwischen Innovationsdruck und dem Wunsch nach technischer Reife. Die Verschiebung des Marktstarts kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass Meta Lehren aus früheren XR-Projekten zieht, bei denen entweder die Nutzerakzeptanz oder die technische Umsetzung hinter den Erwartungen zurückblieben.
Ob der angepeilte Marktstart 2027 letztlich eingehalten wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Mit Phoenix will Meta mehr als nur ein weiteres Gadget liefern – das Unternehmen strebt nach einem zentralen Baustein für seine Vision einer immersiven, vernetzten Zukunft.


