Mister Spex hat im ersten Halbjahr 2026 seine Profitabilität deutlich verbessert, obwohl der Umsatz rückläufig war. Das bereinigte EBITDA stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 65 Prozent auf 3,8 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte der Optiker seine Bruttomarge um knapp zwei Prozentpunkte auf 56,9 Prozent.
Zur Ergebnisverbesserung trugen ein höherer Anteil margenstärkerer Korrektionsbrillen sowie eine gezieltere Steuerung von Rabattaktionen bei. Der durchschnittliche Bestellwert erhöhte sich um elf Prozent auf 119 Euro. Unterstützt wurde die Entwicklung durch das erweiterte Angebot hochwertiger Brillengläser und das Abonnementmodell Mister Spex Switch.
Gesamtumsatz sinkt um zehn Prozent
Die Erlöse des Unternehmens gingen im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 87,9 Millionen Euro zurück. Im zweiten Quartal sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 47,1 Millionen Euro. Mister Spex verweist dabei auf die schwache Entwicklung des deutschen Augenoptikmarktes.
Nach einer Auswertung des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen lagen die Umsätze der teilnehmenden Betriebe von Januar bis Mai 7,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die verkauften Mengen gingen im gleichen Zeitraum um 11,3 Prozent zurück.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Stationäres Geschäft wächst
Entgegen dem Markttrend legte das Filialgeschäft von Mister Spex zu. Auf vergleichbarer Fläche erreichte das Store-Netzwerk ein Umsatzplus von drei Prozent. Insgesamt stiegen die Offline-Erlöse im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 35,1 Millionen Euro. Im zweiten Quartal betrug das Wachstum neun Prozent.
Neben bestehenden Filialen trugen sechs übernommene Optikgeschäfte und neue Standorte in Berlin und Hamburg zur Entwicklung bei. Besonders dynamisch verlief das stationäre Geschäft mit Korrektionsbrillen, dessen Umsatz im ersten Halbjahr um zwölf Prozent zunahm.
Online-Geschäft wird profitabler
Deutlich schwächer entwickelte sich der Online-Umsatz. Dieser sank im ersten Halbjahr um 20 Prozent auf 52,8 Millionen Euro und im zweiten Quartal um 21 Prozent auf 28,3 Millionen Euro. Neben der Marktschwäche wirkten sich die zurückhaltendere Rabattpolitik und die Schließung von fünf internationalen Online-Shops im zweiten Halbjahr 2025 aus.
Trotz des Umsatzrückgangs verbesserte Mister Spex die Ertragskraft des Online-Segments erheblich. Das bereinigte EBITDA stieg im ersten Halbjahr von 0,9 auf 3,8 Millionen Euro. Allein im zweiten Quartal erhöhte sich die Kennzahl von 0,3 auf 2,8 Millionen Euro. Finanzvorstand Benjamin von Schenck sieht darin eine Bestätigung des stärkeren Fokus auf Umsatzqualität, Margen und Kosten, bezeichnet die Stabilisierung der Erlöse aber weiterhin als zentrale Aufgabe.
Produktion und Logistik werden ausgelagert
Parallel treibt Mister Spex den Umbau seines Geschäftsmodells voran. Die Produktion verkaufsfertiger Korrektionsbrillen und Sonnenbrillen mit Sehstärke soll künftig Rodenstock übernehmen. Wesentliche Logistikleistungen werden an Arvato übertragen. Der bisherige Produktions- und Logistikstandort in Berlin-Spandau soll Ende 2026 geschlossen werden.
Mit der Auslagerung will Mister Spex seine Fixkosten reduzieren und zusätzliche Kapazitäten künftig flexibler nutzen. Vorstandschef Tobias Krauss richtet das Unternehmen auf ein datengetriebenes Omnichannel-Modell mit einer Asset-Light-Struktur aus. Wachstum soll dadurch mit geringerer Kapitalbindung möglich werden.
Jahresprognose bleibt bestehen
Für das Geschäftsjahr 2026 hält Mister Spex an seinen bisherigen Erwartungen fest. Beim Umsatz kalkuliert das Unternehmen weiterhin mit einer Entwicklung zwischen unverändertem Niveau und einem Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen Break-even und einem mittleren einstelligen Prozentwert liegen. Zugleich verweist das Unternehmen auf anhaltende Unsicherheiten im Marktumfeld und mögliche zusätzliche Belastungen durch geopolitische Entwicklungen.






