ANZEIGE

ANZEIGE

DATEV Seismograf: Bürokratie bleibt zentrales Risiko für Mittelstand

Frau im Buero bei Aktenablage
Foto: Kaboompics / Pexels

Key takeaways

Die aktuelle DATEV-Seismograf-Befragung zeigt überwiegend stabile Geschäftserwartungen im Mittelstand, aber zunehmende Sorgen durch Bürokratie und Fachkräftemangel. Steuerberater setzen verstärkt auf KI und begleiten die Umstellung auf E-Rechnungen. Ein Drittel der Unternehmen zögert damit – was kurzfristig zum Problem werden könnte.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die wirtschaftlichen Erwartungen für mittelständische Unternehmen in Deutschland bleiben weitgehend neutral. Laut aktueller Befragung im Rahmen des DATEV Seismograf rechnen 57 Prozent der Steuerberater mit stabilen Geschäftsverläufen bei ihren Mandanten in den nächsten sechs Monaten. Nur 26 Prozent prognostizieren eine positive Entwicklung, während 18 Prozent eine Verschlechterung erwarten – beide Werte sind rückläufig im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz dieser Stabilität sehen die Befragten zunehmend existenzielle Risiken: Rund acht Prozent der Mandanten gelten mittlerweile als gefährdet, ein leichter Anstieg gegenüber den sieben Prozent im Jahr zuvor.

Bürokratie und Fachkräftemangel belasten

Das größte Hemmnis für den wirtschaftlichen Erfolg ist laut Einschätzung der Steuerberater weiterhin die überbordende Bürokratie. Etwa drei Viertel der Befragten nennen sie als Belastung für ihre Mandantschaft. Der Fachkräftemangel rangiert wie in früheren Erhebungen an zweiter Stelle, wenn auch mit etwas abgeschwächter Wirkung. Zwei Drittel der Kanzleien berichten von betroffenen Unternehmen. Weitere häufig genannte Problemfelder sind steigende Energiekosten und Personalausfälle – jeweils von etwa der Hälfte der Befragten als kritisch eingestuft.

Anzeige

Gewinnen in der Plattform-Ökonomie

von Alexander Graf – der Leitfaden für Handelsentscheider
★★★★☆ 4,4 / 5 Sterne
Jetzt bei Amazon entdecken

Steuerberater setzen auf KI – aber Wissenslücken bleiben

Die Lage in den Kanzleien selbst entwickelt sich leicht positiv, steht aber unter dem Eindruck hoher Arbeitslast. Um Effizienz zu steigern, greifen Steuerberater verstärkt auf generative Künstliche Intelligenz zurück. 25 Prozent nutzen diese regelmäßig – ein deutlicher Anstieg gegenüber den neun Prozent im Vorjahr. Weitere 14 Prozent verfügen über solides Wissen zur Technologie, mehr als die Hälfte schätzen ihren Kenntnisstand als zumindest grundlegend ein.

Besonders hilfreich ist KI laut Umfrage bei Recherche, Kommunikation, Wissensmanagement sowie der Vorbereitung von Beratungen. Für sechs von zehn Kanzleien ist der Aufbau von KI-Kompetenz ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Knapp die Hälfte der Berater erwartet durch KI eine Veränderung ihrer beruflichen Rolle – hin zur Bewertung und Kontrolle KI-generierter Inhalte. Gleichzeitig ist die Skepsis gesunken: Nur noch neun Prozent lehnen den Einsatz generativer KI kategorisch ab.

E-Rechnung: Kanzleien als Schlüsselfaktor

Auch beim Thema E-Rechnung spielen Steuerberater eine zentrale Rolle. Etwa 40 Prozent berichten, dass Mandanten auf ihre Empfehlung hin frühzeitig auf elektronische Rechnungen umgestellt haben. Zudem sorgen Anforderungen von Geschäftspartnern für zusätzliche Motivation.

Allerdings rechnet ein Drittel der Berater damit, dass viele Unternehmen erst kurz vor der gesetzlichen Frist umstellen werden. Das birgt zwei Risiken: einerseits werden Effizienzpotenziale verschenkt, andererseits drohen Engpässe bei der Umsetzung, wenn zu viele Mandanten gleichzeitig auf Unterstützung angewiesen sind.

Studienhintergrund

Der DATEV Seismograf basiert auf der Befragung von Steuerkanzleien, die im Juni 2025 durchgeführt wurde. 504 Kanzleien nahmen teil. Die Studie ergänzt den monatlich erscheinenden DATEV Mittelstandsindex um qualitative Einschätzungen zur Lage des Mittelstands und des steuerberatenden Berufsstands.

Ähnliche Artikel

Must-read

ANZEIGE
JANGER E-Commerce
Wer als Shop-Betreiber, E-Commerce Manager oder Gründer einer E-Commerce-Marke erfolgreich werden möchte, muss drei grundsätzliche Faktoren, Verkaufspsychologie, Außendarstellung und Design sowie Nutzererlebnis, verinnerlichen.

Top-News

Sponsored

Sponsored