Mobilfunkkunden in Deutschland profitieren von günstigen Einstiegstarifen und einer großen Tarifvielfalt. Eine internationale Vergleichsstudie des Marktforschungsunternehmens Tarifica im Auftrag des Digitalverbands Bitkom belegt: Vor allem bei geringem und mittlerem Datenbedarf zählt der deutsche Markt zu den preisgünstigsten weltweit. Untersucht wurden die günstigsten Mobilfunktarife in zwölf Ländern, darunter große europäische Märkte wie Italien, Frankreich und Spanien sowie außereuropäische Staaten wie die USA, Japan und Südkorea.
Kleine Tarife besonders preiswert
Für den Vergleich wurden fünf Nutzungsprofile von XS bis XL definiert – von Wenignutzern bis zu Vielnutzern mit hohem Datenbedarf. Besonders gut schneidet Deutschland bei den Einstiegstarifen XS (mindestens 7 GB) und S (mindestens 20 GB) ab: Der günstigste XS-Tarif liegt bei 5,24 Euro pro Monat, im S-Profil startet das Preisniveau bei 6,12 Euro. Damit liegt Deutschland auf Rang 3 (XS) und 2 (S) im internationalen Vergleich. Auch der mittlere Preis im S-Segment ist mit rund 15 Euro wettbewerbsfähig. Günstiger sind lediglich Spanien und Italien – Länder wie die Schweiz, Finnland oder die USA verlangen deutlich höhere Preise oder bieten kaum Tarife für geringe Datenmengen an.
In mehreren Ländern sind zudem keine echten Einsteigertarife verfügbar, da Verbraucher häufig größere Pakete buchen müssen, selbst wenn sie diese nicht benötigen.
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Mittelfeld bei großen Datenvolumen
Im Profil M (rund 50 GB) liegt der günstigste deutsche Tarif bei 8,74 Euro, der Durchschnitt bei etwa 21 Euro – ebenfalls eine solide Position im Mittelfeld. Noch interessanter wird es bei den Profilen L und XL, die jeweils 100 GB umfassen, im Fall von XL ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. In Deutschland fallen hierfür keine Aufpreise an, anders als in vielen anderen Ländern, wo maximale Geschwindigkeit zusätzlich kostet. Der günstigste XL-Tarif liegt hierzulande bei 18,66 Euro pro Monat.
In Ländern wie Italien beginnt das Tarifniveau für große Datenmengen bereits ab etwa 6 Euro, während US-amerikanische Verbraucher bis zu 95 Euro zahlen müssen. Damit ist Deutschland bei hohen Nutzungsprofilen zwar nicht führend, aber weiterhin im preislichen Mittelfeld.
Regulatorische Rahmenbedingungen entscheidend
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder betont, dass die Preisstruktur stark von politischen Rahmenbedingungen abhängt. Investitionsanreize, digitale Genehmigungsverfahren und einheitliche Standards bei der Errichtung von Mobilfunkmasten seien notwendig, um den Ausbau weiter voranzutreiben. Zudem brauche es einen echten europäischen Binnenmarkt, um nationale Sonderwege zu reduzieren und Bürokratie abzubauen.
Ein Beispiel für erfolgreiche Infrastrukturentwicklung: 5G deckt laut Bitkom inzwischen 99 Prozent der Haushalte und rund 95 Prozent der Fläche in Deutschland ab. Um dieses Niveau zu halten und auszubauen, fordert Bitkom Anpassungen bei der Telekommunikationsgesetzgebung und eine konsequente Anwendung bestehender Regelungen auf kommunaler Ebene.


