Der Schokoladenhersteller Ritter Sport hat im Geschäftsjahr 2025 trotz eines kräftigen Umsatzanstiegs Verluste gemacht. Wie das Familienunternehmen aus Waldenbuch mitteilte, blieb das Betriebsergebnis deutlich hinter den Erwartungen zurück. Hauptursache sind massiv gestiegene Rohstoffpreise – insbesondere für Kakao –, die sich nur begrenzt an den Handel weitergeben ließen. Konkrete Zahlen zum Verlust nannte Ritter Sport nicht.
Umsatzrekord durch Preisanpassungen
Mit einem vorläufigen, währungsbereinigten Umsatzplus von rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro wurde zwar ein neuer Höchstwert erzielt. Doch dieser resultiert laut Geschäftsführer Andreas Ronken vor allem aus höheren Verkaufspreisen – bei gleichzeitig rückläufigen Verkaufsvolumina. Die Preissteigerungen in den Verkaufsregalen haben Konsumenten offenbar abgeschreckt. Vor allem der deutsche Markt gilt als besonders preissensibel.
„Umsatz ist nicht gleich Gewinn – entscheidend ist, ob ein Unternehmen seine Kosten nachhaltig decken kann“, sagte Ronken. Die Preiserhöhungen seien angesichts steigender Kosten für Kakao, Energie, Logistik und Verpackung notwendig gewesen, doch die Margen hätten stark gelitten. In Summe überstiegen die Mehrausgaben die zusätzlichen Einnahmen deutlich. Bereits im laufenden Jahr 2024 habe sich das Ergebnis unter Druck befunden, sei jedoch noch positiv gewesen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Nachhaltigkeit als strategischer Faktor
Neben betriebswirtschaftlichen Maßnahmen wie der Vereinfachung von Kostenstrukturen setzt Ritter Sport verstärkt auf Nachhaltigkeit. Das Unternehmen verweist auf Programme zur Verbesserung der Anbaubedingungen von Kakao, die sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele verfolgen. Extreme Preisschwankungen bei Rohstoffen wie Kakao, Nüssen oder Zucker, verursacht durch den Klimawandel und damit verbundene Ernteausfälle, verschärfen die wirtschaftlichen Herausforderungen.
Geschäftsführer Supply Chain, Asmus Wolff, betont, dass gerade in Krisenzeiten nachhaltiges Handeln notwendig sei, um die langfristige Rohstoffversorgung zu sichern. Allein durch Nachhaltigkeit lasse sich die wirtschaftliche Lage nicht lösen, doch ohne sie sei eine zukunftsfähige Aufstellung nicht denkbar.
Wie viele andere Süßwarenhersteller steht Ritter Sport somit unter doppeltem Druck: Einerseits steigen die Kosten rasant, andererseits reagieren Verbraucher sensibel auf höhere Preise. Ob in Zukunft auch Stellenabbau droht, ist bislang offen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 1.900 Mitarbeiter.


