YouTube-Megastar und Unternehmer Jimmy Donaldson – besser bekannt als MrBeast – hat einen bedeutenden strategischen Schritt unternommen: Seine Unternehmensgruppe Beast Industries hat die teen- und Gen-Z-orientierte Finanz-App Step übernommen. Die Transaktion, die am 9. Februar 2026 durch Donaldson auf X bekanntgegeben wurde, markiert einen bedeutenden Vorstoß in den stark umkämpften Fintech-Sektor und unterstreicht Donaldsons Ambition, seine Reichweite und seinen Einfluss über digitale Inhalte hinaus auf Produkte und Dienstleistungen auszudehnen.
Übernahme von Step: Inhalt und Strategie
Step ist eine mobile Banking-Plattform, die sich speziell an Teenager und junge Erwachsene richtet. Sie bietet eine Kombination aus Kontofunktionen, einer Visa-Karte zur Kreditbildung, Spar- und Cash-Advance-Optionen sowie Finanzbildungs-Tools. Die Dienste werden über Partnerschaften mit regulierten Banken wie Evolve Bank & Trust bereitgestellt, da Step selbst keine Banklizenz besitzt. Mit über 7 Millionen Nutzern und einer Finanzierungsrunde in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar gehört Step zu den am besten finanzierten Fintech-Startups seiner Kategorie. Zu den bisherigen Investoren zählen namhafte Persönlichkeiten und Unternehmen wie Charli D’Amelio, Will Smith, The Chainsmokers, Stephen Curry, General Catalyst, Coatue und Stripe.
Beast Industries will Step nutzen, um seine Dienstleistungen und Inhalte rund um finanzielle Bildung und Geldanlage direkt an die Generationen zu bringen, die ohnehin einen Großteil seiner Community ausmachen: Gen Z und Gen Alpha. Die Vision dahinter ist, jungen Menschen Werkzeuge und Wissen an die Hand zu geben, um finanzielle Grundlagen zu verstehen und aktiv zu gestalten – etwas, das Donaldson selbst als Mangel in seiner eigenen Jugend beschrieben hat.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
MrBeast jenseits von YouTube: Vom Content-Creator zum Multi-Business-CEO
Jimmy Donaldson begann seine YouTube-Karriere im Jahr 2012 als Teenager und entwickelte sich schnell zu einer der einflussreichsten Content-Persönlichkeiten weltweit. Mittlerweile ist der Kanal MrBeast der mit Abstand meist abonnierte Einzelkanal auf YouTube mit über 460 Millionen Abonnenten, während die gesamte Beast-Industries-Plattform monatlich Milliarden von Views generiert.
Doch in den letzten Jahren hat sich Donaldson bewusst von der reinen Content-Produktion weg und hin zu einem breit aufgestellten Unternehmensportfolio bewegt. Unter dem Dach von Beast Industries laufen heute diverse Geschäftsbereiche: Feastables ist eine erfolgreiche Snack- und Schokoladenmarke, die alleine 2024/2025 mehrere hundert Millionen Dollar Umsatz erzielte. MrBeast Burger ist ein virtuelles Gastronomiekonzept mit hunderten Partner-Standorten. Beast Games ist eine eigene Reality-Show-Produktion für Streaming-Plattformen mit großen Produktionsbudgets. Beast Mobile ist ein geplanter Mobilfunk-Service.
Die Step-Akquisition ist die erste echte Konsolidierung im Finanzsektor. Sie geht Hand in Hand mit anderen signifikanten Finanzbewegungen: So investierte das Ethereum-Treasury-Unternehmen Bitmine Immersion Technologies im Januar 2026 rund 200 Millionen US-Dollar (ca. 185 Millionen Euro) in Beast Industries, mit dem ausdrücklichen Ziel, ein mögliches Finanz- oder DeFi-Projekt zu unterstützen.
Vermögen, Struktur und Bildungsauftrag
Die Bewertung von Beast Industries bewegt sich laut jüngsten Einschätzungen um die 5 Milliarden US-Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro)-Marke, wobei MrBeast mehr als die Hälfte der Unternehmensanteile hält. Forbes listet ihn als den bestverdienenden YouTube-Creator überhaupt und schätzt sein Nettovermögen auf etwa 2,6 Milliarden US-Dollar (ca. 2,4 Milliarden Euro) im Jahr 2026. Interessanterweise betont Donaldson selbst, dass dieses Vermögen großteils auf Unternehmensbewertungen basiert und weniger auf frei verfügbaren liquiden Mitteln. In Interviews erklärte er, dass er gewöhnlich sehr wenig Bargeld auf dem eigenen Konto halte und Gewinne konsequent wieder in Projekte und Inhalte reinvestiere.
Ein zentraler Bestandteil von Donaldsons Argumentation für die Step-Übernahme ist sein persönlicher Bezug zur Thematik: Er betont, wie wenig ihn selbst in jungen Jahren jemand über Investieren, Kreditaufbau oder Finanzmanagement gelehrt habe – und dass er diese Lücke für Millionen junger Menschen schließen möchte. Die Integration von Step in seine Content- und Produktwelt könnte daher gleichermaßen kommerzielle wie pädagogische Ziele verfolgen.
Ausblick
Mit der Übernahme von Step positioniert sich Beast Industries in einem stark wachsenden Markt für digitale Finanzdienstleistungen, der vor allem für jüngere Nutzer spannend ist. Die Kombination aus enormer Reichweite, etablierten Community-Kanälen und künftigem Finanz-Know-how könnte für Beast Industries nicht nur ein neues Umsatz- und Engagement-Segment eröffnen, sondern die Nutzung von Finanzdienstleistungen selbst kulturell neu definieren. Ob dieser Ansatz in einem regulierten und komplexen Markt erfolgreich ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.


