Ein internationales Konsortium aus Advent, FedEx, A&R und PPF hat wie bereits im Februar angekündigt das Übernahmeangebot für den Paketautomaten-Spezialisten InPost gestartet. Der Angebotspreis liegt nun laut InPost bei 15,60 Euro je Aktie und bewertet das Unternehmen mit rund 7,8 Milliarden Euro. Die Offerte läuft vom 26. Mai bis 27. Juli 2026.
Attraktives Angebot mit deutlicher Prämie
Das Angebot entspricht einer Prämie von rund 53 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen drei Monate vor Ankündigung. Für Aktionäre bedeutet dies eine sofortige und sichere Realisierung ihres Investments.
Unterstützt wird die Transaktion bereits von Anteilseignern, die rund 48 Prozent der Aktien halten. Zudem empfehlen Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären einstimmig, das Angebot anzunehmen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Strategischer Ausbau des E-Commerce-Geschäfts
Das Konsortium sieht großes Wachstumspotenzial in InPost als europäische Plattform für E-Commerce-Logistik. Geplant ist, die bestehende Strategie fortzuführen und insbesondere das Netzwerk von Paketstationen weiter auszubauen.
Auch digitale, kundenorientierte Lösungen sollen gestärkt werden, um die Position im europäischen Markt weiter auszubauen.
Expansion in Europa im Fokus
InPost betreibt bereits ein umfangreiches Netzwerk mit mehr als 64.000 Paketautomaten und über 30.000 Abhol- und Abgabepunkten in mehreren europäischen Ländern. Der Fokus liegt künftig auf weiterer Expansion in Märkten wie Frankreich, Spanien, Italien, Benelux und Großbritannien.
Das Unternehmen soll weiterhin unter der Marke InPost operieren, während der operative Schwerpunkt in Polen bestehen bleibt.
Regulatorische Hürden und Zeitplan
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen. In mehreren Ländern wurden diese bereits erteilt, weitere Verfahren – unter anderem in der EU – sollen im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
Eine außerordentliche Hauptversammlung zur Abstimmung über die Transaktion ist für den 29. Juni angesetzt. Der Abschluss der Übernahme wird ebenfalls für die zweite Jahreshälfte erwartet.
Möglicher Rückzug von der Börse
Nach erfolgreichem Abschluss plant das Konsortium, InPost von der Börse zu nehmen. Je nach Annahmequote könnte dies über ein Squeeze-out-Verfahren oder eine strukturelle Umorganisation erfolgen.
Damit würde InPost künftig als privat gehaltenes Unternehmen weitergeführt – mit dem Ziel, die Expansion im europäischen Paketlogistikmarkt langfristig zu beschleunigen.


