Nestlé hält vor der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen am 22. Oktober an seinen Zielen für 2026 fest. Der Konzern erwartet weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent und eine Beschleunigung des realen internen Wachstums gegenüber 2025. Gleichzeitig soll sich die operative Marge verbessern und der freie Cashflow mehr als neun Milliarden Franken erreichen.
Zweites Quartal bringt 3,7 Prozent organisches Wachstum
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Nestlé ein organisches Wachstum von 3,7 Prozent. Davon entfielen 1,8 Prozent auf reales internes Wachstum und 1,9 Prozent auf Preiserhöhungen.
Für das weitere Jahr rechnet der Konzern mit einer moderateren Preisentwicklung, weil frühere Preisanhebungen zunehmend aus der Vergleichsbasis herauslaufen. Gleichzeitig sollen Volumen und Absatz durch gezielte Wachstumsmaßnahmen weiter unterstützt werden.
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Kaffee, Petcare und Babynahrung bleiben wichtige Faktoren
Im Kaffeegeschäft belasteten jüngste Preiserhöhungen bei Starbucks-Produkten das reale Wachstum. Nestlé erwartet jedoch wie in früheren Phasen eine Erholung, sobald sich die Nachfrage an das neue Preisniveau angepasst hat.
Auch Petcare zeigte zuletzt Schwankungen. Im zweiten Quartal belastete ein Bestandsabbau bei Händlern das Wachstum, während die Verkäufe an Endkunden nach Unternehmensangaben bereits wieder anzogen. Die Babynahrung wurde zusätzlich durch einen Produktrückruf gebremst, dessen Belastung im Jahresverlauf aber schrittweise zurückgehen soll.
Marge soll trotz höherer Kosten steigen
Für das Gesamtjahr rechnet Nestlé mit einer Verbesserung der Bruttomarge gegenüber 2025. Die zugrunde liegende operative Marge soll ebenfalls zulegen, wobei das zweite Halbjahr ungefähr auf dem Niveau der ersten sechs Monate liegen dürfte.
Unterstützung erwartet das Unternehmen von niedrigeren Kaffee- und Kakaokosten sowie weiteren Einsparungen. Gleichzeitig belasten höhere Transport- und Energiekosten infolge des Nahost-Konflikts. Im ersten Halbjahr hatte Nestlé die Marketingausgaben zudem um 30 Basispunkte auf 8,9 Prozent des Umsatzes erhöht und will dieses Niveau im zweiten Halbjahr ungefähr beibehalten.
Kostensenkungsprogramm nähert sich Jahresziel
Mit dem Programm „Fuel for Growth“ hatte Nestlé bis Ende des ersten Halbjahres kumulierte Einsparungen von 1,7 Milliarden Franken erreicht. Für das Gesamtjahr liegt das Ziel bei zwei Milliarden Franken.
Der Konzern setzt damit weiterhin auf eine Kombination aus Effizienzsteigerungen und höheren Investitionen in Marken und Nachfrage. Währungseffekte bleiben allerdings ein Belastungsfaktor: Für 2026 erwartet Nestlé auf Basis der Wechselkurse vom Juli einen negativen Effekt von rund drei Prozent auf den ausgewiesenen Umsatz.
Regionen entwickeln sich unterschiedlich
In der Region Americas erreichte Nestlé im zweiten Quartal ein organisches Wachstum von 2,8 Prozent, während Asien, Ozeanien und Afrika mit 6,5 Prozent deutlich stärker zulegten. Europa kam auf 1,5 Prozent, Nespresso auf 3,4 Prozent und das Geschäft mit Wasser und Premiumgetränken auf 6,6 Prozent.
Für Greater China meldete Nestlé eine Stabilisierung nach dem Abbau überschüssiger Lagerbestände. Insgesamt bleibt die Entwicklung damit regional unterschiedlich, während der Konzern für 2026 weiterhin an seinen zentralen Wachstums-, Margen- und Cashflow-Zielen festhält.




