Preisorientierte Nonfood-Discounter entwickeln sich zunehmend zu festen Größen im Einkaufsalltag. Besonders jüngere Konsumenten treiben das Wachstum und verändern damit die Dynamik im Einzelhandel in Deutschland spürbar.
Junge Zielgruppen verstärken Nachfrage
Rund 23 Prozent der Verbraucher haben laut einer Erhebung des ECC Köln ihre Einkäufe bei Nonfood-Discountern in den vergangenen zwei Jahren ausgeweitet. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen fällt dieser Anteil mit 45 Prozent deutlich höher aus. Anbieter wie TEDi und Action profitieren besonders von dieser Entwicklung, während klassische Formate bei jüngeren Zielgruppen an Bedeutung verlieren.
Trotz bereits hoher Nutzungsraten bleibt weiteres Wachstumspotenzial bestehen, da sich 27 Prozent der bisherigen Nicht-Käufer:innen grundsätzlich vorstellen können, künftig ebenfalls bei entsprechenden Anbietern einzukaufen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Hohe Bekanntheit, unterschiedliche Nutzung
Die Markenbekanntheit innerhalb des Segments ist insgesamt sehr ausgeprägt, variiert jedoch zwischen den einzelnen Anbietern. Mit einem Bekanntheitsgrad von 95 Prozent nimmt KiK eine Spitzenposition ein, wenngleich dieser Wert bei jüngeren Zielgruppen mit 80 Prozent spürbar niedriger ausfällt. TEDi und Woolworth folgen in der Wahrnehmung, während sich bei der tatsächlichen Nutzung differenzierte Muster zeigen:
65 Prozent der Konsumenten haben bereits bei KiK und TEDi eingekauft. Besonders auffällig ist die starke Nutzung von TEDi und Action unter jüngeren Käufer:innen, wo beide Anbieter jeweils auf 64 Prozent kommen. Im Gegensatz dazu verlieren KiK und Woolworth in dieser Altersgruppe an Reichweite.
Werbung erreicht Konsumenten selektiv
ie Wahrnehmung von Werbemaßnahmen liegt insgesamt auf einem mittleren Niveau. 31 Prozent der Konsumenten erinnern sich an Werbung von Action und KiK, während TEDi auf 26 Prozent und Woolworth auf 17 Prozent kommt. Klassische Werbeformen behalten weiterhin Relevanz: So erzielt der Handzettel bei TEDi mit 17 Prozent die höchste Aufmerksamkeit, während KiK besonders durch TV-Werbung mit 14 Prozent auffällt.
Action hingegen nutzt verstärkt digitale Kanäle und erreicht über soziale Medien signifikante Teile der Zielgruppe, darunter 10 Prozent über Instagram und 8 Prozent über YouTube. Andere Anbieter bleiben in diesen Kanälen bislang deutlich weniger präsent.
Wettbewerb verschärft sich weiter
Der Boom der Nonfood-Discounter führt zu spürbaren Kaufverlagerungen: Viele Konsumenten ersetzen den Besuch im Fachhandel oder in Innenstädten durch Einkäufe bei den günstigen Anbietern.
Gleichzeitig wächst der Druck durch internationale Onlineplattformen wie Temu und Shein, die zunehmend als Alternative wahrgenommen werden und zusätzliche Marktanteile gewinnen. 23 Prozent der Konsumenten geben an, Produkte, die sie früher bei Nonfood-Discountern gekauft haben, mittlerweile verstärkt über asiatische Plattformen zu beziehen. Bei den jüngeren Käuferen liegt dieser Anteil sogar bei 48 Prozent.


