Der Markt für Fusionen und Übernahmen im deutschen Technologiesektor zeigt 2025 ein gemischtes Bild: Während die Anzahl der Deals leicht zurückgeht, steigt das Transaktionsvolumen deutlich an. Vor allem große Übernahmen und strategische Investoren prägen das Geschehen.
Weniger Deals, aber kräftiges Wachstum beim Volumen
Im Jahr 2025 wurden laut Berechnungen von EY insgesamt 375 M&A-Transaktionen im deutschen Tech-Sektor registriert – ein leichter Rückgang gegenüber 387 Deals im Vorjahr. Gleichzeitig wuchs das Gesamtvolumen um 28 Prozent auf rund 16 Milliarden Euro.
Damit setzt sich ein Trend fort: Nach dem Ausnahmejahr 2021 stabilisiert sich der Markt auf einem Niveau deutlich über den Vor-Corona-Jahren, allerdings mit stärkerem Fokus auf größere Einzeltransaktionen.
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Strategische Investoren dominieren den Markt
Die Mehrheit der Übernahmen wurde von strategischen Käufern getätigt, die rund 82 Prozent aller Deals ausmachten. Private-Equity-Investoren traten seltener als Erstinvestoren auf und konzentrierten sich stärker auf großvolumige Transaktionen.
Ein Beispiel dafür ist die Übernahme des Energiedienstleisters Techem, die zu den größten Deals des Jahres zählt. Insgesamt nahm die Zahl der sogenannten „Big Ticket“-Transaktionen im Private-Equity-Bereich jedoch ab.
Software im Zentrum der Investoreninteressen
Besonders gefragt waren Softwareunternehmen, die 61 Prozent aller Deals ausmachten. Im Fokus standen dabei Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz, ERP- und CRM-Systeme sowie Lösungen für Workflow- und Content-Management.
Auch FinTechs und digitale Finanzanwendungen blieben wichtige Zielsegmente. Der steigende Modernisierungsdruck in Wirtschaft und Verwaltung treibt die Nachfrage nach technologischen Lösungen zusätzlich an.
Internationale Investoren gewinnen an Bedeutung
Mehr als die Hälfte der Übernahmen – 56 Prozent – wurde von ausländischen Investoren durchgeführt. Deutschland bleibt zwar ein zentraler Akteur, doch insbesondere Investoren aus den USA zeigen weiterhin großes Interesse am hiesigen Markt.
Diese Entwicklung bringt Kapital und Know-how ins Land, wirft jedoch auch Fragen nach der langfristigen Kontrolle über Schlüsseltechnologien auf.
Venture Capital und DefenseTech im Aufwind
Neben klassischen Übernahmen wächst auch das Interesse von Risikokapitalgebern. Das Finanzierungsvolumen der Top-100-Tech-Startups stieg 2025 auf 30,7 Milliarden Euro. Besonders stark entwickelte sich der Bereich DefenseTech, dessen Finanzierung sich mehr als verdoppelte.
Vor allem geopolitische Spannungen treiben Investitionen in sicherheitsrelevante Technologien und autonome Systeme. München etabliert sich dabei als wichtiger Standort für entsprechende Finanzierungen.


