Der wachsende Einfluss asiatischer Online-Plattformen wie Temu und Shein sorgt laut einer aktuellen Studie für massive wirtschaftliche Schäden in Deutschland. Besonders der Einzelhandel gerät zunehmend unter Druck.
Milliardenverluste durch Wettbewerbsverzerrung
Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) gehen der deutschen Wirtschaft jährlich rund 2,4 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren. Allein der Einzelhandel ist mit etwa 1,3 Milliarden Euro betroffen. Ursache ist ein strukturell ungleicher Wettbewerb zwischen europäischen Händlern und internationalen Plattformen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Hohe Paketmengen und regulatorische Defizite
Täglich erreichen rund 460.000 Pakete von Temu und Shein Deutschland, europaweit sind es etwa zwölf Millionen Sendungen pro Tag. Laut Studie halten sich die Anbieter häufig nicht an EU-Vorgaben, etwa bei Produktsicherheit, Steuern oder Zollbestimmungen. Dies verschafft ihnen erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber regulierten Anbietern.
Steuerausfälle und Jobverluste
Die wirtschaftlichen Auswirkungen gehen über Umsatzeinbußen hinaus. Öffentlichen Haushalten entgehen jährlich rund 429 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Gleichzeitig führt der Wettbewerbsdruck laut Studie zum Verlust von mehr als 40.000 Arbeitsplätzen in Deutschland, davon über 28.000 im Einzelhandel.
Forderungen nach politischem Eingreifen
Der HDE fordert deutlich strengere Kontrollen und konsequente Maßnahmen gegen Regelverstöße. Dazu zählen intensivere Zollprüfungen sowie verpflichtende EU-Repräsentanzen für Anbieter aus Drittstaaten, um Sanktionen durchsetzen zu können. Ohne politische Gegenmaßnahmen drohen laut Verband weitere Schäden für den Wirtschaftsstandort.
Die Studie verdeutlicht die wachsende Bedeutung globaler Plattformen – und die Herausforderungen, die sich daraus für fairen Wettbewerb und Regulierung ergeben.



